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Radio Garden: So bunt klingt die Welt

19. Februar 2021, 10:32 Uhr   |  Lars Bube | Kommentar(e)

Radio Garden: So bunt klingt die Welt
© emaria - AdobeStock

Als eine Art Weltempfänger 2.0 schickt Radio Garden seine Nutzer auf eine unterhaltsame Weltreise der Radio-Kultur. Nicht nur angesichts des Einheitsbreis in deutschen Empfängern eine erfrischende Erfahrung mit erheblichem Suchtpotenzial.

Schon seit einigen Jahren erleben digitale Audio-Formate einen steilen Aufstieg, die Covid-Pandemie hat diesen Trend mit ihren sozialen Einschränkungen und der fehlenden menschlichen Ansprache noch weiter verstärkt. Ob aktiv im virtuellen Palaver eines Clubhouse-Chats oder passiv als Podcast und Hörbuch: Alle Welt nimmt sich plötzlich Zeit zum Zuhören. Und was macht das Audio-Medium schlechthin aus dieser Chance? Es nudelt die Hörer mit den immer gleichen Superhits der 80er und 90er bis heute zu, garniert mit flachen Witzchen selbstverliebter Moderatoren. Doch das ist zum Glück nur ein sehr kleiner Teil der Radio-Wahrheit und zudem ein sehr deutscher. Denn auch das Radio erlebt dank des Internets eine neue Blüte. Im digitalen Netz wird es demokratisiert und jeder kann – vorbehaltlich der Einhaltung der Urheberrechte – sein eigenes Programm anbieten. Dadurch ist die Radio-Welt so bunt und vielfältig wie nie zuvor.

Wer sich einen kleinen oder auch größeren Eindruck davon verschaffen will, wie spannend Radio sein kann, dem sei eine kleine Weltreise auf Radio Garden empfohlen. Um einen Mehrwert gegenüber schnöden Sammlungen digitaler Sender zu schaffen, verknüpft der Dienst auf genial einfache Weise das Radioangebot mit Geo-Mapping. So können die Nutzer sich rund um die Erdkugel drehen und dabei spontan nach Lust und Laune in einige der zehntausenden als kleine grüne Punkte markierten Stationen rein hören. Wem es nicht gefällt, der dreht einfach weiter, alle anderen bleiben hängen. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn das Suchtpotenzial ist enorm. Wer eigentlich nur kurz auf akustische Entdeckungsreise gehen will, darf sich nicht wundern, wenn er sich Stunden später plötzlich fröhlich mitwippend bei einem Küchensender aus Kamerun wiederfindet. Natürlich gibt es auch Empfehlungen und Senderlisten nach Genres sowie eine Suchfunktion, aber das wahre Herz des Radio-Gartens pulsiert auf der interaktiven Weltkugel.

Radio Garden
© radio.garden

Die Radiostationen erscheinen als grüne Punkte auf der Erdkugel und lassen sich auch per Überflug aktivieren

Erschaffen wurde Radio Garden schon 2016 als Projekt des Niederländischen Instituts für Bild und Ton. Als 2019 das Aus drohte, übernahmen die Entwickler um Jonathan Puckey das Projekt kurzerhand selbst, erneuerten den Webdienst und stellten ihm auch eine App zur Seite. Genau zur richtigen Zeit. Denn im Zuge der Covid-Pandemie und des Audio-Booms erlebt das bisher weitgehend unbekannte Nischen-Projekt Radio Garden nun plötzlich globale Aufmerksamkeit.

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