Volle Wahlfreiheit

Red Hats Mitarbeiter müssen nicht ins Büro

15. September 2022, 11:15 Uhr | Michaela Wurm | Kommentar(e)
RedHats Headquarter in Raleigh/NC
© zimmytws / Adobe Stock

Nicht alle Tech-Konzerne wollen ihre Mitarbeiter zurück an die Büroschreibtische holen. Neben Konzernchef Michael Dell setzt auch der Open-Source-Spezialist Red Hat auf völlige Wahlfreiheit. Dessen Mitarbeiter können auch komplett von zu Hause aus arbeiten.

Während die Chefs von Apple, Google oder Deutsche Telekom ihre Mitarbeiter gerne wieder zurück ins Büro holen würden, gehen einige Tech-CEOs in die andere Richtung. So sprach sich Michael Dell in einem aktuellen Linkedin-Post gerade vehement für Remote Work aus. Erzwungene Arbeitsstunden im Büro abzusitzen, sei kein Allheilmittel gegen Probleme bei der Teamarbeit oder eine fehlende Unternehmenskultur – auch wenn einige Manager diese nur zu gerne auf die Arbeit im Homeoffice zurückführen würden, so der Dell-Konzernchef.

Dass es auch anders geht, beweist neben Dells Unternehmen auch der Software-Konzern Red Hat. Die IBM-Tochtergesellschaft lässt ihren Mitarbeitern die uneingeschränkte Wahlfreiheit, von wo aus sie arbeiten wollen, wie Jennifer Dudeck, Chief People Officer bei Rad Hat, in einem Blogpost angekündigt hat. „Da COVID-19 für Mitarbeiter, die immungeschwächte Angehörige betreuen, immer noch ein Problem darstellt, muss kein Red Hatter in ein Büro kommen, wenn er nicht zurückkehren möchte“, so die Personalchefin. Sie können so oft ins Büro kommen, wie sie wollen. Wer das möchte, darf aber auch immer zu Hause arbeiten. Nur das höhere Management von Red Hat soll häufiger im Büro anwesend sein, um die Kommunikation und Interaktion zu fördern.

Dudeck begründet die kompromisslose Wahlfreiheit unter anderem damit, dass sich Homeoffice-Arbeit bei Red Hat schon lange eingebürgert habe. Bereits vor Corona hätten mehr als 30 Prozent der Mitarbeiter remote gearbeitet.
Diese Praxis zahle sich laut Dudeck vor allem bei der Personalsuche aus. Es sei wesentlich leichter, Fachkräfte zu gewinnen, weil das Unternehmen geografisch nicht eingeschränkt sei.

Trotzdem will auch Red Hat Anreize setzen, damit die Mitarbeiter gerne ins Büro kommen. Die Arbeitsräume werden dementsprechend umgestaltet, etwa mit mehr Begegnungsflächen, auf denen sich Teams zussammensetzen können. Dazu weniger Schreibtische und dafür mehr Nischen, Theken, Couches, und kleine Arbeitsräume. Red Hat hat außerdem in Tools für die Zusammenarbeit investiert, so dass in fast jedem Raum eine Verbindung mit Kollegen und Kunden auf der ganzen Welt möglich ist.


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