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Zahlendreher, Formelfehler und andere Tücken

Reporting, wie es besser nicht sein sollte

18. März 2011, 09:36 Uhr   |  Lars Bube | Kommentar(e)

Reporting, wie es besser nicht sein sollte

Der Niebelungenschatz erlaubt es der Stadt Worms offenbar, den Unterschied zwischen 200 Tausend und Millionen zu vernachlässigen.

Wenn sich Entscheidungsträger nicht auf die Ihnen vorgelegten Zahlen verlassen können, droht schnell einiges Ungemach. Plötzlich wird das falsche Unternehmen für Insolvent erklärt, und die Schulden wachsen um den Faktor 1000. Fünf kuriose Beispielfälle zeigen, wie es nicht laufen sollte.

Manager müssen sich bei der Fülle der Berichte, die sie heutzutage täglich vorgelegt bekommen, auf akkurate und konsistente Daten als deren Basis verlassen können. Bereits ein kleiner Fehler, beispielsweise in der Kalkulation, kann im Laufe der Wertschöpfungskette ernste Folgen nach sich ziehen. Zwar gibt es auch eine Menge hilfreicher Tools für die Erfassung, Verarbeitung und Auswertung solcher Daten, allerdings sind auch diese meist nur so gut und zuverlässig wie derjenige, der sie benutzt. Wenn die unternehmensinternen Lösungen wie beispielsweise eine Business Intelligence nicht ihre konkreten Anforderungen erfüllen, bauen sich viele Mitarbeiter einfach kurzerhand eigene Excel-Spreadsheets oder ähnliche Insellösungen für ihr Problem.

Die Folge ist oftmals ein undurchdringliches Spreadsheet-Gewirr mit verschiedensten Versionen, unzulänglicher Datenkonsistenz und einer Fülle von Fehlern, die bei manuell verwalteten Tabellen an der Tagesordnung sind. Um die möglichen Folgen von solch fehlerhaftem Reporting aufzuzeigen, hat der Business Intelligence-Anbieter Actuate fünf der kuriosesten Zahlenpatzer aus den letzten Jahren zusammengestellt.

Fehler beim Schulden-Ranking

Drei Nullen zu viel bei der Übermittlung von statistischen Zahlen seien laut Medienberichten die Ursache dafür gewesen, dass die Stadt Worms 2009 als bundesweit höchstverschuldete Kommune genannt wurde. Verrechnet hatten sich diejenigen, die den bundesweiten Vergleich angestellt hatten, allerdings nicht. Die falsche Zahl beruhte auf einer fehlerhaften Datenmeldung seitens der Stadt: Bei der jährlichen Übermittlung der Haushalts- und Finanzdaten an das Statistische Landesamt wird auch der Stand der Investitionsdarlehen der Stadt sowie aller zum Konzern Stadt gehörenden Eigenbetriebe und Gesellschaften erfasst. Dabei habe der städtische Gebäudebewirtschaftungsbetrieb seine Verbindlichkeiten irrtümlich mit 200 Millionen Euro angegeben, so Oberbürgermeister Michael Kissel - tatsächlich seien es aber nur 200.000 Euro.

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1. Reporting, wie es besser nicht sein sollte
2. Die Größe zählt
3. Was nichts kostet ist auch nichts gescheites
4. Hartz II+II
5. Insolvenz ist doch für alle da <br

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