Schwerpunkte

Nach historischem Börsenabsturz

SAP-Management kauft eigene Aktien zu

27. Oktober 2020, 10:13 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)

SAP-Management kauft eigene Aktien zu
© SAP

Nach dem schwarzen Montag für SAP hat Aufsichtsratschef Plattner für eine Viertelmilliarde SAP-Aktien gekauft, auch CEO und CFO griffen zu. Zuvor hatte SAP mit einer Umsatz- und Gewinnwarnung die Börse schockiert.

SAP-Aufsichtsratschef Hasso Plattner hat den Kurssturz der Aktien des Softwareherstellers zu einem Großeinkauf genutzt. Der Mitgründer des Dax-Konzerns deckte sich zu Wochenbeginn für insgesamt rund 248,5 Millionen Euro mit Papieren ein, wie aus einer Stimmrechtsmitteilung des Konzerns vom Dienstag hervorgeht. Plattner kaufte demnach zu Kursen von durchschnittlich um die 101 Euro.


Plattner ist vor Gründungskompagnon Dietmar Hopp der größte Einzelaktionär des wertvollsten deutschen börsennotierten Unternehmens und hielt zuletzt der Finanznachrichtenagentur Bloomberg zufolge knapp 5,9 Prozent der Anteile - aktuell ist das Paket gut sieben Milliarden Euro wert. Hopp hält rund fünf Prozent der Aktien.
Die SAP-Aktie war am Montag wegen eines Strategieschwenks von Vorstandschef Christian Klein um mehr als ein Fünftel auf 97,50 Euro eingebrochen und damit wieder auf den Stand von Anfang April, als sich die Papiere gerade vom Corona-Crash erholten. Dies war der höchste Tagesverlust der Papiere seit den 1990er Jahren, ein Börsenwert von rund 33 Milliarden Euro löste sich in Luft auf.

Umsatz und Gewinn gekappt
Die Corona-Krise werde die Geschäfte von SAP mindestens bis Mitte kommenden Jahres belasten, teilte SAP am Montag vor Börsenbeginn mit. Die Zielsetzungen für 2023 bei Umsatz und Ergebnis würden um ein bis zwei Jahre verschoben. Zudem sorge der schnellere Umstieg von Kunden auf die Cloudversionen von SAP-Software für vier bis fünf Prozentpunkte weniger Marge. Zuvor hatte SAP versprochen, die bereinigte operative Marge (bereinigtes Ebit) von 2018 bis 2023 um rund fünf Prozentpunkte auf dann rund 34 Prozent steigern zu wollen. In diesem Jahr rechnet SAP nun mit einem Gesamtumsatz von 27,2 bis 27,8 Milliarden Euro auf Basis konstanter Wechselkurse, das heißt zu Wechselkursen aus dem vergangenen Jahr. Vorher waren es 27,8 bis 28,5 Milliarden. Das Betriebsergebnis dürfte nun zwischen 8,1 und 8,5 Milliarden Euro landen statt zwischen 8,1 und 8,7 Milliarden.


Die SAP-Aktien drehten am Dienstag auf die Nachricht von Plattners Aktienkauf hin ins Plus. Auch CEO Christian Klein und Finanzchef Luka Mucic hatten nach Fallen der Kurse Aktien nachgekauft, allerdings in einem deutlich kleineren Rahmen.


Am Dienstagvormittag notierten SAP-Aktien im Xetra-Handel um 2,3 Prozent höher bei knapp 99,80 Euro.

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Verwandte Artikel

SAP

Cloud Business

Cloud Computing