Schwerpunkte

Vom Homeoffice zum Digital Workplace

„Schnell genug kann es in diesem Bereich nie gehen“

04. August 2021, 16:30 Uhr   |  Stefan Adelmann | Kommentar(e)

„Schnell genug kann es in  diesem Bereich nie gehen“
© IF-Tech

Vorstand Martin Holzner hat 2010 zusammen mit Stefan Mooser den Münchner IT-Dienstleister IF-Tech gegründet, der wiederum zur Interface-Gruppe gehört. Der Anbie- ter hat sich vor allem auf den Digital Workplace beziehungsweise Arbeit 4.0 fokussiert und arbeitet in diesem Bereich vor allem mit Lösungen von Microsoft, Citrix, Nutanix und Igel. Unter anderem konnte IF-Tech für den Rohde & Schwarz-Konzern eine Appli-cation-Delivery-Infrastruktur auf Basis von Citrix umsetzen

Im ICT CHANNEL-Interview erklärt ­Digital Workplace-Experte Martin Holzner von IF-Tech, welche Erwartungen er an die Zukunft der Zusammenarbeit hat, was Bremser für moderne, digitale Konzepte sind und warum das Thema für den IT-Dienstleister selbst so spannend ist.

ICT CHANNEL: Herr Holzner, im Zuge der Corona-Pandemie wurde das Homeoffice für viele Unternehmen von heute auf morgen zur Notwendigkeit: Aber war auch die jeweilige IT-Infrastruktur auf diese Umstellung über Nacht vorbereitet oder gab es noch viel Nachholbedarf?

Martin Holzner: Teils, teils. Da wir schon lange in dem Umfeld tätig sind, haben wir natürlich etliche Kunden, die im Prinzip nur noch hochskalieren und weitere Lizenzen aktivieren mussten. Aber es gab auch viele Kunden, bei denen Panik ausbrach und frühere Bedenken in der Situation dann zurückgestellt wurden, um die Belegschaft schnell wieder arbeits-fähig zu bekommen. Viele merkten auch aufgrund von Corona, dass die Cloud doch ihre Daseinsberechtigung hat, ohne Cloud Services hätten wir definitiv viel größere Probleme gehabt.

ICT CHANNEL: Und wie sind die Unternehmen und somit natürlich auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit diesem notwendigen Wechsel hin zu flexibleren Arbeitsmodellen letztlich umgegangen und auch zurechtgekommen?

Holzner: Das würde ich ganz klar mit „sehr gut“ bewerten. Wer die Möglichkeit hat, im Homeoffice zu arbeiten, hat sich mittlerweile entsprechend eingerichtet und sich mit der Situation gut arrangiert. Für viele ist das ihr „New Normal“ geworden und wollen auch große Teile davon behalten, mit flexiblen On-Offsite-Modellen beziehungsweise Hybrid-Modellen.

ICT CHANNEL: Aber bereits jetzt haben viele Betriebe angekündigt, sobald wie möglich in die Büros zurückkehren zu wollen. Waren die vergangenen Monate denn Ihrer Meinung nach ein wichtiger Impuls für mobilere, flexiblere Arbeitskonzepte oder wird schnell wieder Office-Alltag einkehren?

Holzner: Ich denke wir werden beides sehen: Bei vielen Unternehmern herrscht ein Umdenken, da Sie gesehen haben, dass sie trotzdem sehr produktiv und wirtschaftlich gearbeitet haben. Zudem wurde auch viel Geld durch Reisekosten et cetera gespart. Dennoch wird es aber auch Unternehmen geben, die wieder in ihre alten Fahrwasser zurückkehren.

Alles in allem war es ein wichtiger Impuls in vielen Bereichen: Zum Beispiel wurde auch unter Beweis gestellt, dass neue Kollegen nicht zwingend aus der Gegend kommen müssen – oder dorthin ziehen müssen, wo das Unternehmen ansässig ist –, sondern dass remote und mithilfe von Tools wie Microsoft Teams auch ein Arbeiten sinnvoll und produktiv möglich ist. Das ist natürlich gerade für viele Mittelständler interessant, um so auch außerhalb der großen Ballungsräume trotzdem die besten Kandidaten einstellen zu können.

ICT CHANNEL: Was bedeutet diese Entwicklung denn wiederum für die Idee des Digital Workplace, der ja weit über den Homeoffice-Gedanken hinausreicht? Wurden wichtige technische und strategische Grundsteine gelegt?

Holzner: Ich vergleiche den Digital Workplace gerne mit einer Reise – einer Reise mit stetiger Veränderung und Weiterentwicklung, da es in allen Unternehmen unzählige Prozesse gibt, welche digitalisiert werden müssen, um die Produktivität und Effizienz stetig zu steigern. Die Politik hat nun die besten Voraussetzungen, diese Themen auch etwas vorzugeben und flexible Lösungen zu fördern. Jedes Unternehmen sollte sich in jeglicher Hinsicht mit Arbeiten 4.0 und dem Digital Workplace beschäftigen, um Wettbewerbsvorteile zu erreichen und die Weiterentwicklung des Unternehmens voranzutreiben.

Seite 1 von 3

1. „Schnell genug kann es in diesem Bereich nie gehen“
2. „Es wird Unternehmen geben, die wieder in ihre alten Fahrwasser zurückkehren.“
3. Wie es nach der Homeoffice-Pflicht weitergeht

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Auf Linkedin teilen Via Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

Interface Factors

Digital Workspace

Digitale Transformation