Schwerpunkte

»Cheaten ist die nächste Stufe der Evolution«

Schockierende Doku zeigt Abgründe deutscher Gamer-Kreise

01. April 2011, 14:01 Uhr   |  Lars Bube | Kommentar(e)

Schockierende Doku zeigt Abgründe deutscher Gamer-Kreise

Cheater unter sich: Wir haben uns heute hier versammelt … um uns zu versammeln

Vor 6 Jahren erregte eine Gruppe junger deutscher Filmbegeisterter im Internet weltweit Aufsehen mit ihrer Doku-Satire »A Gamers Day«. Inzwischen haben sie ordentlich nachgelegt und präsentieren in »The Cheat Report« schockierende wie witzige »Erkenntnisse« aus der deutschen Gamer-Szene.

Als der damals noch minderjährige Schüler Daniel P Schenk Anfang 2005 seinen zusammen mit ein paar Freunden gedrehten Film »A Gamers Day« veröffentlichte, wurde die Doku-Satire schnell zu einem Kultvideo der Gamer-Szene. Schenk veräppelt darin auf unnachahmlich frische Art sämtliche Zocker-Klischees vom stets im abgedunkelten Chaos-Zimmer sitzenden, Pizza-mampfenden und Cola-trinkenden Hardcore-Gamer. Dabei gelang ihm mit dem Streifen durchaus auch ernste Kritik am Abdriften in die elektronischen Parallelwelten und dem totalen Verlust der sozialen Kontakte.

Inzwischen hat sich Schenk weiter entwickelt und einige neue Filmprojekte abgeschlossen, von denen sich die meisten weiterhin rund um Themen aus Computerwelten drehen. Ein besonderes Schmankerl, das quasi direkt an den Gamers Day anknüpft, ist dabei mit der Mockumentary »The Cheat Report« gelungen. Darin macht sich Schenker über die zunehmende Unart zu cheaten (schummeln) unter den Gamern lustig – natürlich wieder nicht, ohne dabei im Hintergrund eine gewisse Kritik an diesem Verhalten und möglichen Ursachen etwa in Minderwertigkeitskomplexen los zu werden. (Video-Ausschnitt siehe Seite 2)

So werden die cheatenden Gamer als quasireligiöse Sekte dargestellt, die sich abends in an den Ku Klux Klan erinnernden Kutten zu skurrilen Meetings trifft, um die neusten Cheat-Tools zu preisen. Betroffene erzählen, wie sie beim Cheaten erwischt wurden und anschließend ihr gesamtes Leben zusammenbrach: Halflife, Counter Strike und der Steam-Account wurden ihnen gesperrt. Neben einem Umzug zu einem Provider mussten Sie sich darüber hinaus auch einen neuen Nick (Spitznamen) und eine neue Email-Adresse geben, so dass sie plötzlich vor dem totalen Nichts standen, und nicht einmal mehr ihre Freunde kontaktieren konnten. Die Spiele-Industrie nimmt sich der Cheater einstweilen an, indem sie spezielle Betreuungsangebote für die psychisch labilen Cheater-Kinder anbietet.

Seite 1 von 2

1. Schockierende Doku zeigt Abgründe deutscher Gamer-Kreise
2. Digitale Anti-Helden

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Online-Gamer im Visier der Hacker
Microsoft schafft Weltrekord mit »Kinect«-Verkäufen
»Flirtgewitter«: zu heiß für britische und US-Beamte
Grand Theft Auto knackt die 100 Millionen
Auf Gralssuche mit den Tempelrittern

Verwandte Artikel

Computerkriminalität

Gaming