Hohe Inflation, Mangel an Fachkräften

Systemhäuser wollen/müssen Preisen erhöhen

3. Juni 2022, 9:31 Uhr | Martin Fryba | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Totenglöckchen zu früh geläutet

Ohnehin wehrt sich das zum auslaufenden Geschäftsmodell proklamierte Geld-gegen-Zeit-Prinzip massiv gegen die von Branchenkennern diagnostizierte Letalität. So hatte auch Synaxon-Chef Frank Roebers vor Jahren schon das Totenglöckchen geläutet. Immerhin muss man ihm zugutehalten, dass er in der Lage ist, seine von ihm vorhergesagte Entwicklung, die so nicht, beziehungsweise nicht so schnell eintritt, zu korrigieren. Mit 80 Prozent sei das Geld-gegen-Zeit-Modell noch weit verbreitet im Systemhausmarkt. Managed Services, gar mit Flat-Rate bepreist, setzen sich erst langsam durch. „Ich bin davon ausgegangen, dass diese Entwicklung schneller geht“, sagt er im Gespräch im ICT CHANNEL.

Demnach lohnt sich ein Blick in den jährlich aktualisierten Preisspiegel von Synaxon. Pollert weist auf die breite Spreizung bei den Kosten für Technikerstunden hin. Je nach Region beträgt sie zwischen 50 Euro und 120 Euro pro Stunde. Stichtag für den Preisspiegel war vergangenen September. Rund 700 Systemhäuser haben mitgemacht, so dass die Zahlen repräsentativ sein dürften. Kein Unternehmer und selbst die EZB konnten sich damals vorstellen, dass nur wenige Monate später die Inflation auf dem höchsten Stand seit 40 Jahren stehen würde.

Man darf auf den Preisspiegel 2023 gespannt sein. Pollert ist stets ein freundlicher, sympathischer Gastgeber, den man sich als düstere Kassandra gar nicht vorstellen will. Und dann sagt er diesen Satz, den man als Endkunde gar nicht hören möchte: „Wir werden noch ganz andere Preise sehen“. Gut, dass auf einem Channel-Event keine Endkunden anwesend sind.

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