Cloud aus Hochsicherheitsrechenzentrum

Systemhaus it-NGO: So geht MSSP

4. November 2019, 9:00 Uhr | Tanja Muhme / Martin Fryba | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Hosting aus dem Atomschutzbunker

Bis 2018 hostete Firmengründer Sünram alle IT-Systeme seiner Kunden in einem nahe gelegenen Rechenzentrum, das sich mit seinen Anbindungen und Kapazitäten jedoch nicht mehr zeitgemäß aufgestellt hatte. »Wir haben hier bis hin zum Bagger auf Irrwegen, der Kabel  gekappt hat, alles erlebt«, berichtet der Unternehmer. »Außerdem mussten wir viel selbst investieren, um ein Sicherheitsniveau zu erreichen, das unserem Eigenanspruch entspricht. Irgendwann war dann der Punkt erreicht, an dem unser Konzept, unser Außenauftritt und das alte Rechenzentrum nicht mehr zueinander passten.«


Der Anbieter zeigte keine Ambitionen, sein Datacenter auf aktuellen Stand zu bringen, und so begann für den Managed-Service-Provider die Suche nach einem neuen Partner. Nach intensiver Marktrecherche fiel die Wahl auf die Bremer ColocationIX GmbH, Betreiber des gleichnamigen Hochsicherheits-Rechenzentrums in Bremen. Die physische und digitale Sicherheit des ehemaligen Atomschutzbunkers gaben neben dem Preis und dem außergewöhnlichen Peering-Netz den Ausschlag. Nach reiflicher Überlegung und mit dem Bewusstsein für den hohen Aufwand entschieden sich die Niedersachsen dafür, mit den kompletten IT-Strukturen aller Kunden sowie der eigenen IT an die Weser zu ziehen. Parallel investierte das Unternehmen massiv in die eigene Infrastruktur und wechselte im Server-Bereich auf »Storage Spaces Direct« von Microsoft, um die Anbindungsmöglichkeiten zu ColocationIX umfänglich nutzen zu können. Die Investition hat sich gelohnt: »Die Anbindung ist jetzt zweimal redundanter und die maximale Durchsatzrate fünfzigmal höher als in unserem vorherigen Rechenzentrum«, berichtet Sünram erfreut. »Mit unseren neuen Firewalls, Routern und Servern haben wir unsere Systeme auf ein Level gehoben, mit dem wir diese Leistung auch liefern können.«

ColocationIX: auf Managed Services getrimmt
Wenn schon nicht immer Anwenderkunde und IT-Dienstleister auf gleicher Ebene kommunizieren (können), dann sollten wenigsten IT-Experten untereinander die gleiche Sprache sprechen. Und das taten sie auch beim Datacenter-Umzug nach Bremen. Dementsprechend verlief die Migration aller  IT-Strukturen unkompliziert und sogar schneller als geplant. Innerhalb von zwei Monaten konnte it-NGO den Betrieb starten. Auch der begleitete Zutritt zum Bunker zu jeder Zeit, selbst am Wochenende, war kein Problem. »Ob es nun die komplexe Konfiguration des Border Gateway Protocols oder einfach das vergessene Patch-Kabel war – das Team von ColocationIX hat immer vorausschauend geholfen, beraten und Lösungen angeboten“, erinnert sich Sünram an die aufregende erste Zeit. »Da standen im Bunker nicht einfach nur Schränke. Die Rechenzentrums-Crew arbeitete aktiv mit uns zusammen an Konzept und Umsetzung.«  Die persönliche Betreuung und der Austausch auf Augenhöhe machen den Unterschied zum Geschäftsmodell der Cloud-Dickschiffe.

So ist Andres Dickehut, Gesellschafter von ColocationIX, stets selbst präsent und stellt seine technische Expertise zur Verfügung, wenn Kunden einziehen oder im laufenden Betrieb Beratung benötigen. Der Betreiber verschob beispielsweise anstehende Wartungsarbeiten an der unterbrechungsfreien Stromversorgung, bis it-NGO seine Infrastruktur komplett gelegt hatte.


Auch in puncto Zertifizierung verfolgt ColocationIX den gleichen Ansatz wie sein MSP-Kunde: Die Planung des Datacenters erfolgte auf Basis der US-Rechenzentrumsnorm TIA-942 Tier 4, der neuen Europäischen Rechenzentrumsnorm EN 50600 Klasse 4 sowie der Norm für Informationssicherheit ISO 27001. Seine Sicherheits-Architektur entspricht sogar den Anforderungen Kritischer Infrastrukturen (KRITIS).

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