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Smart Farming

Tablet, Smartphone und Sensoren auf dem Acker

25. November 2019, 16:32 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Autonome Traktoren

DLR-Dienststellenleiter Michael Lipps sagt: »Wir sind weg gekommen vom analogen Berater auf dem Feld hin zum Datendienstleister«. Warnungen vor Hagelschlag oder Pilzinfektionen würden in Zeiten des sich wandelnden Klimas immer wichtiger, sagt Herwig Köhler, der beim DLR Abteilungsleiter der Technischen Zentralstelle ist. »Früher galt die Faustregel, dass es alle sieben Jahre einen Hagelschlag gibt. Heute haben sie das jedes Jahr.« Lipps ergänzt, Geodaten ermöglichten präzises Steuern von Landmaschinen, um Felder bestmöglich ausnutzen und Abstandsvorgaben etwa an Gewässern einzuhalten. »Früher fuhr der Landwirt "Pi mal Daumen", heute GPS-gesteuert«, sagt Lipps.

Gerade im Gemüsebau komme es stark auf exaktes Fahren und das Ausnutzen der Flächen an, sagt Wolfgang Schneider, der beim DLR Experte für Digitalisierung ist. Hier gebe es eine hohe Durchdringung mit moderner Technik, fast jeder Traktor habe hier »höchstgenaue GPS-Empfänger«. In Sonderkulturen wie dem Obst- oder Weinbau sind laut DLR eher Sensoren zur lokalen Steuerung der Geräte oder zur Ausrichtung der Breite wichtig. Sensoren erkennen Pflanzen und öffnen nur exakt über ihnen Düsen zum Besprühen mit Pflanzenschutzmitteln, erkennen die Blütendichte an Obstbäumen und steuern deren Ausdünnung.

Auch der Traktor von Landwirt Christian Glahn aus Zweibrücken wird satellitengestützt gesteuert, beim Sprühen von Pflanzenschutzmitteln, der Bodenbearbeitung oder dem Aussäen. Er spare so etwa ein Prozent an Saatgut, erklärt Glahn. Bei einem 100-Hektar-Betrieb sei das durchaus etwas. »Davon kann man in Urlaub fahren.« Auch könne er dank Technik gerade Reihen fahren, das reduziere den Verschleiß, spare Zeit und Diesel - »eine Win-Win-Situation für Umwelt und Geldbeutel«.

Glahns System lenkt die Maschine bis auf etwa 20 Zentimeter genau über den Acker, wie er erklärt. Es gehe noch genauer mit einer SIM-Karte im Traktor, via Mobilfunk sorge ein Korrektursignal dafür, dass bis auf etwa zwei Zentimeter genau gefahren werde. Dafür brauche es den Mobilfunkstandard 2G, doch der sei bei ihm nicht flächendeckend verfügbar.

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3. Unterschätzter Datenschatz

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