CEO: „Hausgemachte Fehler“

Teamviewers tiefer Sturz

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25. September 2019, Börsengang: Hoher Emissionserlös von 2,2 Milliarden Euro, da war die Welt des Teamviewer-CEO Oliver Steil und seiner Aktionäre noch in Ordnung
© Andreas Arnold/dpa

Zu schnell, zu viel auf einmal: Fernwartungsspezialist Teamviewer erlebt ein Debakel am Kapitalmarkt. CEO Oliver Steil räumt Fehler ein, darf aber weiter bleiben.

Noch vor einem Jahr galt Teamviewer mit seiner Fernwartungssoftware als Corona-Gewinner. Der Aktienkurs schloss in die Höhe, erreichte Anfang Juli 2020 mit über 53 Euro seinen Höhepunkt. Aktuell kostet das Papier knapp 13 Euro, büßte Dreiviertel seines Werts ein. „Absolut enttäuschend“, kommentiert Vorstandschef Oliver Steil in einem Interview mit Focus Money die angespannte Lage. „Uns sind einige hausgemachte Fehler unterlaufen“.

Teamviewer hatte seit dem Börsengang einige Firmen zugekauft, um seine Geschäfte auf neue Geschäftsfelder wie AR und Videokonferenzsysteme auszuweiten. Hinzu kamen teure Sportsponsor-Verträge. Die Profitabilität sank, die Prognose wurde gekappt, Investoren begannen am der Wachstumsstrategie der Göppinger zu zweifeln. Der bis 2022 laufende Vertrag mit Finanzchef Stefan Gaiser wurde nicht verlängert, während der Aufsichtsrat den Vertrag von CEO Oliver Steil bis Oktober 2024 verlängerte (ICT CHANNEL berichtete). Steils Verweis auf zweistelliges „hochprofitables“ Wachstum verfängt nicht. Das Misstrauen der Investoren und Börsenanalysten sitzt tief.

Zumal Steil selbst einräumt, dass seine „allzu ambitionierten Pläne nicht das Richtige waren“. Teamviewer hat derzeit dreimal mehr Angestellte als noch vor fünf Jahren. „Viele, die wir neu eingestellt haben, haben wir nicht gut genug eingearbeitet“, zeigt sich der CEO zerknirscht. Man habe „daraus gelernt“, so Steil.

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