Open-Source-Software

Torvalds und Sun-CEO Schwartz weisen Vorwürfe von Microsoft zurück

11. September 2007, 22:48 Uhr | Bernd Reder | Kommentar(e)

»Linux-Vater« Linus Torvalds und Suns Chief-Executive-Officer Jonathan Schwartz haben Stellung gegen Microsoft bezogen. Der Softwarehersteller behauptet, Open-Source-Software verletze 235 Patente von Microsoft, Linux alleine 42.


Jonathan Schwartz, Chef von Sun Microsystems: »Furcht kann den Erfolg von Open-Source-Software nicht verhindern.«

In scharfer Form haben Torvalds und Schwartz die Vorwürfe von Microsoft gekontert. Das Unternehmen hat – wieder einmal – zu einem Generalangriff auf die Open-Source-Bewegung geblasen.

Microsoft sieht durch Open-Source-Software 235 seiner Patente verletzt. Alleine im Betriebssystem Linux seien 42 Techniken integriert, an denen Microsoft die Rechte halte.

Linus Torvalds konterte: »Vermutlich verletzt Microsoft wesentlich mehr Patente als Linux.« Dies würde sich mit Sicherheit ergeben, wenn es möglich wäre, den Source-Code von Windows derselben kritischen Prüfung zu unterziehen wie Linux. Microsoft hält den Programmcode seiner Produkte unter Verschluss.

Microsoft hält Informationen zurück

Laut Torvalds wurden viele fundamentale Techniken, die in Betriebssystemen Verwendung finden, bereits vor Jahrzehnten entwickelt, vor allem von IBM. Er forderte Microsoft auf, diejenigen Patente zu benennen, die angeblich verletzt werden.

Dass der Konzern das nicht getan hat, wertet Torvalds als Hinweis darauf, dass Microsoft in dieser Hinsicht ebenfalls Leichen im Keller hat. Er beschuldigt den Hersteller, mit seiner Aktion bei Anwendern von Open-Source-Produkten »Furcht, Verunsicherung und Zweifel« erwecken zu wollen.

In die gleiche Kerbe schlägt Jonathan Schwartz von Sun Microsystems in einem Blog-Beitrag. »Furcht wird den Erfolg von freier Software nicht verhindern können«, so Schwartz. »Wir haben uns für Innovationen entschieden, nicht für Klagen«, ergänzte er.

Die Vorwürfe gegen Open-Source-Produkte hatte Horacio Gutierrez erhoben, der bei Microsoft für Lizenzierung zuständig ist. Allerdings werde Microsoft keine Nutzer solcher Programme verklagen, versicherte Gutierrez.


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