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Personalkarussell

Turbulenzen bei Bechtle in der Schweiz

10. März 2015, 14:18 Uhr   |  Martin Fryba | Kommentar(e)

Ein ganzes Systemhaus-Team in der Schweiz wechselt von Bechtle zu einem Wettbewerber. Der Chef der Schweizer E-Commerce-Sparte von Bechtle wirft das Handtuch. In der Neckarsulmer Zentrale gibt man sich trotz dieses Personalkarussells gelassen.

Ganze Teams bei Schweizer Systemhäusern wechseln zu direkten Wettbewerbern: Dies ist in der Eidgenossenschaft gar nicht so selten. Der spektakulärste Fall ereignete sich 2010 als fast die gesamte Belegschaft von rund 200 Mitarbeitern der Comparex zum Konkurrenten Bison AG überlief. Vergleichsweise bescheiden aber dennoch ärgerlich für Bechtle in Regensdorf ist der Wechsel eines 10-köpfigen Teams zur Business IT aus Basel. Von wem die Initiative ausging, wisse man nicht, heißt es aus der Neckarsulmer Firmenzentrale. Bei mehr als 900 Mitarbeitern in der Schweiz seien jedenfalls keine Engpässe für die Systemhaus-Kunden von Bechtle zu erwarten. »Alle Kundenverträge werden erfüllt«, sagte Firmensprecherin Sabine Brand gegenüber CRN. Zwei Drittel der Schweizer Bechtle-Mitarbeiter, also rund 600 Angestellte, arbeiten in der Systemhaus-Sparte von Bechtle Schweiz, beziehungsweise im Geschäftsfeld Managed Services, 300 sind bei den E-Commerce-Marken Bechtle Direct, ARP oder Comsoft im Handelsgeschäft tätig.

Der Vorfall zeigt, dass im Schweizer-Systemhausmarkt angesichts des auch hier herrschenden Mangels an IT-Spezialisten mit harten Bandagen gekämpft wird. Zudem muss sich Bechtle einen Chef für sein Handelsgeschäft in der Schweiz suchen. Der erst im September vergangenen Jahres an die Spitze von Bechtle Direkt Schweiz berufene Urs Langenegger wurde entlassen. Der General Manager, der Mitte 2013 als Sales Manager vom Spezialisten für Zutrittslösungen Skidata zu Bechtle stieß, wollte die E-Commerce-Aktivitäten Bechtles stärker auf Großkunden zuschneiden.

Eine Strategie, die im Bechtle-Vorstand abgelehnt wurde. »Wir sehen uns in der Schweiz als E-Commerce-Anbieter für den Mittelstand«, heißt es dazu. Bis Bechtle einen Nachfolger präsentiert, führt Mario Düll, Geschäftsführer von Bechtle Direct Deutschland, das Handelsgeschäft in der Schweiz, zu der auch die Bechtle-Plattformen ARP und Comsoft gehören.

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