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Satter Zuwachs dank Covid-19

Umsatzsprung für Microsoft

23. Juli 2020, 10:23 Uhr   |  Lars Bube | Kommentar(e)

Umsatzsprung für Microsoft
© Alexey Novikov - AdobeStock

Mit einem zweistelligen Umsatzwachstum konnte Microsoft die Erwartungen übertreffen. Neben der boomenden Cloud-Sparte trug dazu auch das sehr gut laufende Geschäft mit Hardware und Betriebssystemen einen erklecklichen Teil bei.

Der Cloud-Boom infolge der Corona-Pandemie hat Microsoft einen äußerst positiven Abschluss des Geschäftsjahres beschert. Zwischen April und Juni wuchs der Umsatz um 13 Prozent auf 38 Milliarden US-Dollar. Das waren 4,3 Milliarden Dollar mehr als im Vorjahr und rund 1,5 Milliarden Dollar mehr als die Analysten prognostiziert hatten, obwohl diese bereits mit einer stark zunehmenden Migration von Unternehmensanwendungen in die Cloud gerechnet hatten. Der Gewinn sank im vierten Geschäftsquartal allerdings um 15 Prozent auf 11,2 Milliarden Dollar. Dieser Rückgang war im Wesentlichen der Schließung der eigenen Ladengeschäfte wegen der Corona-Pandemie geschuldet. Da sich Microsoft entschlossen hat, die meisten der Standorte auch nach der Pandemie nicht mehr wiederzueröffnen, musste der Konzern dafür Rückstellungen in Höhe von 450 Millionen Dollar bilden.

Wie erwartet zeigte sich die Cloud-Plattform Azure über das gesamte Quartal als starkes Zugpferd, obwohl mit dem Scheitelpunkt der ersten Covid-19-Welle auch jener des Cloud-Wachstums überschritten war. Hatte der mit Azure erzielte Umsatz im April noch um 59 Prozent zugelegt, sank dieser Wert im Juni auf 47 Prozent. Insgesamt legte die Sparte Intelligent Cloud in den drei Monaten um 17 Prozent zu und erzielte einen Umsatz von 13,4 Milliarden Dollar. Auf das Gesamtjahr gerechnet konnte Microsoft damit erstmals einen Umsatz von mehr als 50 Milliarden Dollar mit seinen kommerziellen Cloud-Angeboten erzielen. Aber auch in anderen Bereichen befeuerten die Pandemie und ihre Folgen das Geschäft des Konzerns. Allen voran ist hier die Sparte More Personal Computing zu nennen, zu der das Geschäft mit Windows und den Surface-Rechnern gehört. Wegen des sprunghaften Anstiegs bei Heimarbeitsplätzen wuchs der Umsatz hier um 14 Prozent auf 12,9 Milliarden Dollar. Auch dieses Ergebnis lag rund 1,5 Milliarden Dollar über den Erwartungen.

Aber auch im Geschäft mit Office-Lösungen und Dynamics durfte sich Microsoft über Zuwächse freuen. Die zugehörige Sparte Productivity and Business Processes setzte mit 11,8 Milliarden Dollar etwa 6 Prozent mehr um als im Vorjahr. Ein Teil davon kam auch von der Business-Plattform Linkedin, deren Umsätze sogar um 10 Prozent nach oben gingen. Dennoch will Microsoft hier in den nächsten Monaten weltweit fast 1.000 Stellen streichen.

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