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IT-Dienstleister Audius expandiert

»Unsere Deal-Pipeline wächst quantitativ und qualitativ«

22. Februar 2021, 14:43 Uhr   |  Martin Fryba | Kommentar(e)

»Unsere Deal-Pipeline wächst quantitativ und qualitativ«
© Audius

Audius-Finanzvorstand Wolfgang Wagner: 10 Millionen Euro Cash für weitere Zukäufe

Größe, mehrere Standbeine, darunter 5G-Netzausbau, sogar globale Präsenz: So will IT-Dienstleister Audius punkten und setzt auf weiteres Wachstum. Der Zeitpunkt für »Buy and Build« könnte kaum günstiger sein.

Auf 500 Mitarbeiter in mittlerweile 18 Standorten und 50 Millionen Euro Umsatz ist die Audius-Gruppe gewachsen. Audius-Chef Rainer Francisi, der zusammen mit Aufsichtsrat Franz Honner die Mehrheit am 1991 gegründeten IT-Dienstleister hält, hat - wie so viele expansionsfreudige Wettbewerber auch - durch Zukäufe die Marktposition von Audius ausgebaut. Größe zu zeigen gegenüber Kunden wie DAX-Konzerne, sei »wichtig«, ebenso wie »auf mehreren Standbeinen zu stehen«, sagt Audius-Finanzvorstand Wolfgang Wagner im Gespräch mit ICT CHANNEL. Als  Vorstand der IT Competence Group hat er diesen Dienstleister selbst durch den Zusammenschluss mit der börsennotierten Audius SE geführt. Nun baut der CFO von München aus weiter an der »Buy-and Build«-Strategie der Schwaben aus Weinstadt. Die Richtung bei Umsatz und Ertrag stimme, »wir haben zehn Millionen Euro auf der hohen Kante«, sagt der 40-jährige gebürtige Münchner.


Wagner kündigt weiteres Wachstum durch Zukäufe an, »wenn es klappt noch dieses Jahr«. Wagner beobachtet allgemein eine »Riesenwelle«. Die heute 50- bis 60-jährigen IT-Unternehmer, die in den 90ern ihr Systemhaus gegründet haben, suchten nach einer Nachfolgeregelung. Darunter dürften viele sein, die die »Jahrhundertchance« zwar sehen, von der Synaxon-Chef Frank Roebers angesichts der rollenden Cloud-Welle schon vor Jahren sprach. Die aber auch  nicht mehr »Vollgas geben, 12 bis 16 Stunden am Tag arbeiten und Experimente wagen« wollen. Aus ganz unterschiedlichen Gründen übrigens, im besten Fall wegen übermäßigem Erfolg in der Vergangenheit.


Solche IT-Unternehmen, aber auch jene, in schwierigen Lagen, schaut sich Wagner gerne an. Seine »Deal-Pipeline« sei bereits »quantitativ und qualitativ« gewachsen. Da man aber bei der Audius-Expansion »einen Gang höher geschaltet« habe und dies im Netzwerk auch »aktiv kommuniziert«, will sich Wagner keinen potenziellen Übernahmekandidaten entgehen lassen. Nur Startups sind nicht in seinem Fokus. »Wir setzen auf reife Unternehmen, die in unseren Themen unterwegs sind«. Managed Services »in aller Colour« seien willkommen.


Vier Marken, internationaler Foodprint
IT-Dienstleister Audius, ein größerer Microsoft Dynamics-Partner, steht auf drei Standbeinen. Die Geschäfte der zehn operativen Geschäftseinmheiten, die unter vier Marken auftreten, gliedern sich auf in IT-Services und Consulting mit 60 Prozent  Umsatzanteil. Jeweils 20 Prozent entfallen auf die Sparten Softwareentwicklung und Mobilfunkausbau. Letztes sei ein »Megamarkt«, so CFO Wagner. »Dabei hat der 5G-Ausbau noch gar nicht richtig begonnen«.


Rege Nachfrage registriert Audius auch bei den Themen Security und Auditierungen. Der IT-Dienstleister bietet Penetrationstests an, prüft korrekte Lizenzierung, gibt herstellerunabhängige Empfehlungen. Workplace-Lösungen sowie IT-Teilbetrieb im Managed Service, aber auch Onsite-Services gehören zum Portfolio der Systemhaus-Gruppe. Für letzteres fliegen Techniker schon mal zur Tochtergesellschaft eines deutschen Konzerns in die USA oder sind in anderen Kontinenten unterwegs. Im Miami befindet sich eine Audius-Niederlassung, in Budapest bereut Audius mit einer eigenen Niederlassung einen größeren Kunden, vom indischen Pune aus drängt Audius auf den asiatischen Markt.


Wachstumskapital kann sich Finanzchef Wagner mit Kapitalerhöhungen an der Börse holen, wenn die Kriegskasse für Akquisitionen weiter gefüllt werden soll. Den geringen Streubesitz der Audius-Aktien von aktuell lediglich 13 Prozent zu erhöhen, kann der CFO freilich nicht erzwingen, wenn Altaktionäre keine Anteile abgeben und Bezugsrechte bei Kapitalerhöhungen ausüben. »Dies unterstreicht, dass die Gründer noch viel vorhaben«, unterstreicht Wagner die Expansionsstrategie des Managements.

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