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Corona verändert Bezahlverhalten

Verbraucher scannen selbst und zahlen kontaktlos

23. Februar 2021, 11:03 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)

Verbraucher scannen selbst und zahlen kontaktlos
© Mastercard

Der Trend zum bargeldlosen Bezahlen hält an und wird nicht nur durch Corona befeuert. Die Verbraucher schätzen den Komfort und die Supermarktketten lassen sich derzeit einiges einfallen, um es ihren Kunden noch bequemer zu machen.

Einkaufen in Corona-Zeiten, das ist auch immer ein kleines bisschen Risiko. Viele Verbraucher versuchen deshalb die Infektionsgefahr beim Shoppen so gering wie möglich zu halten: Oft indem sie bargeldlos zahlen und manchmal auch, indem sie die Waren aus dem Einkaufskorb selber scannen statt an der Kasse in der Schlange zu stehen. Die Corona-Krise ist dabei, das Einkaufen nachhaltig zu verändern.

Nach einer Studie des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI wurden 2020 eine Milliarde Einkäufe weniger mit Bargeld bezahlt als im Vorjahr. Insgesamt gingen damit 28 Milliarden Euro Bargeld weniger über die Ladentheken als 2019. Das Jahr 2020 werde »als das wachstumsstärkste Jahr für unbares Bezahlen in Deutschland« seit Beginn der Erhebungen durch das EHI vor gut 25 Jahren in die Aufzeichnungen eingehen, berichtete EHI-Experte Horst Rüter.

Und der Wandel findet überall statt - in den Supermärkten, aber auch bei den Discountern. Der Discounter Aldi-Süd berichtete bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur: »Im Januar wurden über 40 Prozent der Zahlungen mit Karte getätigt. Etwa 60 Prozent davon erfolgten kontaktlos.« Auch Aldi Nord meldete, das Zahlen mit der EC-Karte oder dem Handy werde immer beliebter. »Für viele unserer Kunden ist das bargeldlose Bezahlen komfortabel und hygienisch.« Teilweise werde mittlerweile knapp jeder zweite Einkauf bargeldlos bezahlt. Edeka und Rewe berichteten ebenfalls, das bargeldlose Zahlen habe durch die Corona-Pandemie einen weiteren Schub bekommen.

Krisengewinner ist vor allem die Girocard. Die Umsätze mit der Girocard an den Einzelhandelskassen übertrafen 2020 erstmals die Barzahlungen, wie das EHI berichtete. Doch auch Kreditkarten werden beim Einkaufen öfter gezückt. Eine untergeordnete Rolle spielt aktuell noch das Zahlen mit dem Smartphone. Wenig spricht dafür, dass nach der Pandemie eine Rückbesinnung auf das Bargeld erfolgt. Bei einer Umfrage der Beratungsgesellschaft EY unter 1.600 Verbrauchern in Deutschland gab gut jeder fünfte Befragte an, sein Zahlungsverhalten während der Pandemie geändert zu haben und dies auch künftig beibehalten zu wollen.

Doch ist das Bezahlen ja nur ein Teil des Einkaufs. Vorher muss die Ware noch ausgesucht und gescannt werden. Und auch beim Scannen geht der Trend zunehmend zum Do-it-yourself-Prinzip, weil viele Verbraucher dies in der Pandemiezeit für hygienischer halten. »Im Lebensmittelhandel boomt das Thema und auch bei Drogerien nimmt es stetig weiter zu«, beobachtet EHI-Handelsexperte Frank Horst.

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2. Reaktionen des Handels

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