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Aus für »Otto Now«

Versandhändler Otto stellt seinen Mietservice ein

14. Januar 2021, 07:42 Uhr   |  Michaela Wurm | Kommentar(e)

Versandhändler Otto stellt seinen Mietservice ein
© Otto

Deutsche Kunden scheinen einfach noch nicht bereit zu sein für die gepriesene Sharing Economy. Versandhändler Otto stellt jetzt seinen Mietservice für Technikgeräte »Otto Now« wieder ein.

Technische Geräte, Haushalt- und Sportartikel einfach mieten statt kaufen. Das war die Idee hinter dem Service »Otto Now«, den der Versandhändler vor vier Jahren startete (ICT CHANNEL berichtete). Doch ähnlich wie bei vielen Car-Sharing-Angeboten, die mittlerweile wieder eingestellt wurden, weil die Kunden die Fahrzeuge verschrammt und verdreckt zurückließen, scheint sich der Service nicht so richtig durchgesetzt zu haben.
Der Versandhandelsriese zieht jetzt den Stecker und stellt das Inhouse-Start-up »Otto Now« mit dem von ihm entwickelten Dienst ein.

»Im Dezember 2016 haben wir das Inhouse-Start-up Otto Now gegründet, um uns in dem Bereich der Sharing Economy auszuprobieren. Seitdem haben wir unser Angebot, das Sortiment und die Services stetig ausgebaut und dabei viel gelernt«, sagt Marc Opelt, Vorsitzender des Otto-Bereichsvorstandes. »Die Produktvermietung ist in Deutschland nach wie vor ein Nischenmarkt, Konsumenten bevorzugen meist den Kauf eines Produktes. Deshalb haben wir uns die Frage gestellt: Investieren wir weiter in ein Miet-Modell oder fokussieren wir uns auf unser Kerngeschäft? Wir haben uns für Letzteres entschieden. Die Transformation zur Plattform ist Ottos Zukunft, daran arbeiten wir mit aller Kraft.«

Die Idee zu Otto Now war Mitte 2016 entstanden, in einer Zeit, in der sich die Sharing Economy mehr und mehr entwickelt. Otto startete zunächst mit fünf Mitarbeitern, die 50 Prozent ihrer Arbeitszeit für Otto Now verwendeten. Aus den 100 Miet-Produkten, die der Shop zum Start anbot, wurden in den folgenden Jahren insgesamt knapp 1.700 verschiedene Artikel, darunter Smartphones und Kaffeevollautomaten, Waschmaschinen, Kameras, Drohnen, Sportgeräte, E-Bikes, E-Scooter und sogar Möbel.

Die Top 5 der meist gemieteten Warengruppen bei »Otto Now«
© Otto

Die Top 5 der meist gemieteten Warengruppen bei »Otto Now«

So geht es jetzt weiter

Auf ottonow.de können seit dem 13. Januar 2021 keine Mietverträge mehr abgeschlossen werden. Kunden, die noch laufende Verträge haben, können ihr Miet-Produkt, wenn gewünscht, entspannt weiternutzen, verspricht das Unternehmen. Die Leistung würden auch weiterhin vertragsgemäß und bis zum letzten Miettag erfüllt werden«, so Otto-Chef Opelt. Die Website ottonow.de bleibt in reduzierter Form vorerst verfügbar, auch der Zugriff aufs Kundenkonto und die Verwaltung laufender Mietverträge sind weiterhin möglich – dort stehen den Kunden alle wichtigen und aktuellen Informationen zur Verfügung, die sie aber auch nochmal persönlich vom Otto-Now-Team erhalten.

Derzeit sind 15 Mitarbeiter für Otto Now tätig, deren Büro auch am Otto-Campus in Hamburg-Bramfeld liegt. Sie sollen laut Opelt bei Otto gehalten werden. Man suche gemeinsam nach neuen Herausforderungen innerhalb unseres Unternehmens.

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