IT-Betrieb: Abo-Modell von Einsnulleins

Vom Experiment zur Expansion

25. März 2021, 12:00 Uhr | Martin Fryba | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Luxusprobleme in München

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Carsten Vossel, Geschäftsführer in Doppelrolle bei CCVossel und Einsnulleins Berlin: »Der KMU-Markt in Berlin ist sehr interessant, ist aber für CCVossel keine Zielgruppe«
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In einer solchen Doppelrolle ist aktuell auch Carsten Vossel, Chef von Einsnulleins in Berlin und Geschäftsführer in seinem 1996 gegründeten, 50 Mitarbeiter zählenden IT-Haus CCVossel. Noch heißt es für ihn »Übergangsphase«. Wie bei Oehmichen hat auch er bereits einen potenziellen Nachfolger für sein zweites Standbein an seiner Seite, im April stößt ein weiterer Techniker dazu. Das ist auch dringend nötig, denn Franchisegeber-Chef Roebers rät Systemhaus-Chefs, die mit Einsundeins erfolgreich expandieren wollen, einen operativ tätigen Geschäftsführer einzustellen. Tief in der IT stecken muss er nicht unbedingt. Bei anspruchsvollen Kundenwünschen gibt es im Netzwerk so einige Spezialisten. Oehmichen in Hamburg ist beispielsweise Experte für Apple, bei komplexeren Cloud-Architekturen klopft er beim Einsnulleins-Kollegen Oliver Sommer in Detmold an, der als MVP rund um Azure-Stack keine Fragen offen lässt.


Noch dürften Hyperscaler für KMU kaum in Betracht kommen. Vossel hält die Zielgruppe auch so für »sehr interessant« - gerade in Berlin. Seit fünf Jahren schon beobachtet er dieses Segment, »die Idee hat mich nie losgelassen, KMUs ein passendes IT-Betriebsangebot machen zu können«, sagt er. Einsnulleins kam ihm sehr gelegen, da die CCVossel eher im gehobenen Mittelstand und mit IT-Beratung und Softwareentwicklung unterwegs ist.


Immer wieder bewerben sich bei CCVossel Fachleute »mit einer spannenden Vita«, die aber »nicht so recht zum Systemhaus passen«, sagt er. Sie wegzuschicken fällt dem 45-jährigen IT-Unternehmer beim herrschenden Fachkräftemangel schwer. Jetzt kann hat er für sie mit Einsnulleins eine Alternative und erhofft sich »Synergien zwischen beiden Unternehmen«. Vossel legt Wert auf eine »saubere Trennung« beider Unternehmen und er ist sich völlig bewusst, dass man nur dann erfolgreich sein kann, wenn man für ein IT-Haus brennt. »Ich brauche Mitarbeiter, die Einsnulleins leben«.


Luxusproblem im München
Norbert Fellner ist bereits ein Überzeugungstäter, der seit der Einsnulleins-Gründung im Oktober 2019 am Standort München die operative Verantwortung als beteiligter Vorstand trägt. Mehrheitsaktionär der AG ist Martin Eickelschulte. Der gerade neu im iTeam-Beirat Bestätigte hat die saubere Trennung zwischen seinem Systemhaus in Starnberg und der neuen Einsnulleins AG in der Münchner Au vom Start an vollzogen. Über 20 Jahre Vertriebsleiter-Erfahrung im Printing-Geschäft, unter anderem bei Canon und Stationen im Bürofachhandel, bringt der 50-jährige Fellner mit. Man kennt und schätzt sich. Aus dem ähnlichen MPS-Modell bringt Fellner alles mit, was man braucht, um für Kunden den IT-Betrieb zu übernehmen.


Mehr als 20 hat München schon unter Vertrag, aktuell sechs Kunden stehen vor dem Onboarding. Fünf Techniker sind hier aktuell mehr als ausgelastet, die Fellner letztes Jahr noch gefehlt hatten, »um die hohe Nachfrage abzuarbeiten«. Luxusproblem? Fellner lacht. »Schuld« an der guten Konjunktur seiner Einsnulleins-Niederlassung seien ja die IT-Häuser, die bei ihren Kunden für Frust sorgen oder weil sie Kunden nicht beraten wollen oder können, »wohin die Reise für sie bei der Digitalisierung geht«.

Er stellt nicht nur solche Frage, Handelsfachwirt Fellner kann sie auch beantworten. Wohin ihn seine neue Unternehmung trägt, weiß der Vorstand ohnehin sehr genau: »2020 sind wir knapp an der schwarzen Null vorbeigeschrammt. Dieses Jahr ist ein Gewinn fest eingeplant«.

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