50 Jahre SAP

Weltkonzern fernab der Tech-Hochburgen

25. März 2022, 8:25 Uhr | dpa | Kommentar(e)
SAP-Gründer 1980
© SAP

1972 gründeten fünf ehemalige IBM-Mitarbeiter ein Unternehmen, das die Geschäftswelt revolutionieren sollte: SAP. Dort rüstet man sich mit einer neuen Strategie für die Zukunft.

Vor einem halben Jahrhundert legten fünf ehemalige IBM-Mitarbeiter den Grundstein für ein Schwergewicht der deutschen Wirtschaft. Am 1. April 1972 gründeten Dietmar Hopp, Hasso Plattner, Klaus Tschira, Hans-Werner Hector und Claus Wellenreuther die Firma „Systemanalyse Programmentwicklung“. Ihr Ziel war es, eine Standardsoftware zu entwickeln, mit der Geschäftsprozesse in Echtzeit abgebildet werden.

50 Jahre später ist klar, dass ihnen das gelungen ist. Der sperrige Name wurde ausgetauscht. Heute trägt das Unternehmen noch drei Buchstaben und ist weltweit bekannt: SAP.

Im Südwesten entstand ein Gigant: einer der wertvollsten Konzerne Deutschlands und Europas größter Softwarehersteller. Sitz des Unternehmens ist Walldorf bei Heidelberg, ein eher ruhiger und wenig glamouröser Standort, fernab der Tech-Hochburgen in den Metropolen. 2021 erwirtschaftete SAP einen Umsatz von rund 28 Milliarden Euro und einen Gewinn nach Steuern von etwa 5,4 Milliarden Euro.

„Auch wenn wir uns gute Chancen beim Start ausrechneten, hätten wir es uns natürlich bei der Gründung nicht vorstellen können, dass sich die SAP einmal zu so einem globalen Konzern mit über 100 000 Mitarbeitern weltweit entwickeln wird“, erklärt Gründer Hopp. Bei der Gründung hätten sie noch „einige alte EDV-Hasen“ für verrückt erklärt. Das Vorhaben sei damals fast eine kleine Revolution gewesen. „Die vorherrschende Meinung war damals, dass die Abläufe in den Unternehmen zu unterschiedlich seien, um dafür eine Standardsoftware entwickeln zu können“, so Hopp.

Er und Plattner, damals noch Hopps Assistent, hätten bei einem ihrer IBM-Kunden von großen Abwicklungsproblemen erfahren und eine Pilotanwendung entwickelt. Sie verließen IBM, sicherten sich die Rechte an der Software und vereinbarten mit ihrem Kunden „eine auskömmliche Bezahlung, die Computernutzung in der Nacht und an Wochenenden sowie die kostenlose Nutzung von Büros“, erklärt Hopp. „Das war die Geburtsstunde von SAP.“ Ein Start-up aus einer anderen Zeit.

Nach dem Börsengang 1988 war Hopp zehn Jahre lang Vorstandssprecher, ehe er fünf Jahre den Vorsitz des Aufsichtsrats bekleidete. 2005 schied er aus dem Gremium aus. Heute ist Hopp vor allem als Mäzen des Fußballvereins TSG Hoffenheim bekannt, an dessen Aufstieg in die Bundesliga er mit seinem Geld maßgeblich beteiligt war und er sich unter Fußballfans nicht nur Freunde gemacht hat.

Anbieter zum Thema

zu Matchmaker+

  1. Weltkonzern fernab der Tech-Hochburgen
  2. Schleppende Nachfolgeregelung

Verwandte Artikel

SAP, IBM, dpa

ERP

Software

Matchmaker+