Strategie für das Systemhaus der Zukunft

„Wir sind von Marktbegleitern mit klarer Agenda bedroht“

17. Februar 2022, 9:50 Uhr | Martin Fryba | Kommentar(e)
K&K Software
Arnulf Koch von K&K Software aus dem unterfränkischen Gerolzhofen, der mit 18 Jahren seine erste IT-Firma gründete, über Arnulf Koch: Leidenschaftlicher Unternehmer für passgenaue Software seit 1995. Seit fünf Jahren mit Schwerpunkt auf das Thema Business Intelligence.
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Die eigene IT-Sicherheit im Blick? Erfüllungsgehilfe einer Auomatisierung oder IT-Architekt? Arnulf Koch macht sich über das Systemhaus der Zukunft Gedanken. Er spricht auch das an, was vielen Gründern so schwer fällt. Ein Gastkommentar über Herausforderungen für Systemhäuser.

Wettbewerb mit neuen Konkurrenten
Jeder kennt das: der Hersteller wird vom Partner zum Wettbewerber bei Care-Pack-Verlängerungen, oder ein Telekommunikationsanbieter wird vom Partner zum Wettbewerber bei Microsoft-365-Lizenzen. Unser wirklich margenstarkes Brot- und Buttergeschäft sind die Dienstleistungen. Doch mit der voranschreitenden Kommodifizierung von Servicepaketen - Stichpunkt „Managed Services“ - öffnet sich die Tür in den nächsten Bereich, in dem Wettbewerb zunimmt und die traditionelle IT-Firma austauschbarer wird. Die Folge: ein Preiskampf mit immer kleineren Margen. Der einzige Ausweg ist, sich als IT-Firma abzuheben und gegenüber Kunden als kompetenter Partner dazustehen.

Eigene IT-Sicherheit
Systemhäuser werden immer attraktivere Angriffsziele. Wenn es blöd läuft, kann ein Angreifer mit einem erbeuteten Admin-Zugang in über fünfzig Kundennetzwerke gelangen und dort Ransomware ausrollen. Das stellt uns vor wichtige Fragen: Ist das Homeoffice unserer eigenen Mitarbeiter wirklich so gut abgesichert wie unser Firmennetzwerk? Setzen wir wirklich überall Zwei-Faktor-Authentifizierung ein? Reduzieren wir die Angriffsfläche bei unseren Kunden, anstatt sie durch zusätzliche Software zu erhöhen? Beschäftigen wir uns ausreichend mit Open Source-Lösungen, die unbestritten ein geringeres Sicherheitsproblem haben? Haben wir mit einem Anwalt unsere Haftungsrisiken überprüft, wenn durch eigene grobe Fahrlässigkeit das Kundennetzwerk verschlüsselt wurde?

Kampf um Talente
Homeoffice ist das neue Normal. Und wenn MitarbeiterInnen auch für ein hunderte Kilometer entferntes Systemhaus produktiv sein können, verschwinden unsere regionalen Vorteile im Kampf um Talente. Darum ist es wichtig, eine kollaborative Kultur zu etablieren und den MitarbeiterInnen vor Augen zu führen, dass wir Menschen aus Fleisch und Blut mit eigenen Persönlichkeiten sind und keine stupiden „Bilder“ auf der anderen Seite der Webcam. Soziale Interaktion hält die Unternehmensbindung aufrecht.


In unserer Branche gibt es eine hohe Burnout-Quote, und es gilt, diese Gefahr im Tagesgeschäft in den Griff zu bekommen. Dazu setzen wir als K&K auf agile Strukturen wie Scrum, die Ordnung in das Chaos des Tagesgeschäftes bringen. Aber je mehr wir den Managed-Service-Alltag automatisieren und standardisieren, desto eintöniger wird die Arbeit für die hochkreativen IT-Spezialisten. Hier gilt es die Balance zu halten zwischen standardisierten Arbeiten und spannenden sowie motivierenden Projekten.

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  2. Klare Vision und Qualifizierungsdefizite

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