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Politik macht Druck

»Wo Homeoffice möglich ist, ist das jetzt angesagt.«

12. Januar 2021, 13:24 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)

»Wo Homeoffice möglich ist, ist das jetzt angesagt.«
© Tierney | AdobeStock

Obwohl die Coronazahlen steigen und das öffentliche Leben sonst weitgehend stillsteht, gibt es in der Wirtschaft keine Pflicht zum Homeoffice. Jetzt will die Politik dennoch den Druck auf bisher unwillige Unternehmen erhöhen, das Arbeiten von Zuhause aus zu ermöglichen.

In der Debatte um mehr Homeoffice im Kampf gegen die Corona-Pandemie steigt der Druck auf die Wirtschaft. Sowohl Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) als auch CSU-Chef Markus Söder kündigten Gespräche mit Unternehmen an, um mehr Möglichkeiten für Beschäftigte zu erreichen, von zu Hause zu arbeiten. Forderungen nach einer Homeoffice-Pflicht weist die Wirtschaft jedoch zurück.

Heil forderte am Montag Unternehmen dringend auf, Beschäftigten in der Corona-Krise Homeoffice zu gewähren. »Willkürlich Homeoffice zu verweigern, wäre jetzt unverantwortlich«, sagte er dem Sender »NDR Info«. Er werde seinen Appell an Unternehmen, das Arbeiten von zu Hause zu ermöglichen, am Dienstag in einer Konferenz mit den Personalvorständen großer Firmen bekräftigen.

Dort, wo kein Homeoffice möglich sei, müssten Hygiene-Auflagen strikt eingehalten werden, sagte Heil. Sonst könne er einen Stillstand auch in der Produktion nicht ausschließen. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD im Bundestag, Katja Mast, bekräftigte: »Jetzt ist nicht die Zeit, über eine physische Rückkehr ins Büro nachzudenken. Wo Homeoffice möglich ist, ist das jetzt angesagt.«

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder verlangte von Unternehmen mehr Homeoffice-Möglichkeiten für Beschäftigte. Er brachte bei Arbeitgebern im Freistaat auch konkrete Zielvorgaben ins Spiel. Voraussichtlich am Mittwoch wolle er bei einem Homeoffice-Gipfel mit Wirtschaft und Gewerkschaften darüber sprechen.

Zunächst einmal müsse man überlegen, wie die Potenziale für Homeoffice, die es gebe, besser ausgeschöpft werden könnten - bislang sei das noch nicht ausreichend der Fall. »Das muss fundamental verbessert werden«, verlangte Söder. Wenn das nicht funktioniere, müsse man vielleicht über »andere Maßnahmen« nachdenken.

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2. Bisher kaum verpflichtende Regeln

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