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Apps als Basis für Öffnungsstrategien

02. März 2021, 18:27 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)

Apps als Basis für Öffnungsstrategien
© fgnopporn - AdobeStock

Nach dem Lockdown sehnen sich viele Menschen danach, wieder ins Restaurant zu gehen oder eine Veranstaltung zu besuchen. Die vom Sänger Smudo beworbene Luca-App ist eine von mehreren Lösungen, um das damit verbundene Risiko zu minimieren.

Wenn irgendwann die Cafés, Bars und Restaurants in Deutschland wieder öffnen können, dürfen sich die Betreiber nicht alleine um ihre Gäste kümmern: Sie müssen auch eine lästige Aufgabe für die Gesundheitsämter erfüllen. Wie im vergangenen Sommer werden die Betriebe wohl auch diesmal verpflichtet, eine Liste ihrer Besucher zu führen und deren Kontaktdaten zu erfassen.

Das Kontaktverfolgungssystem hat in den vergangenen Monaten nur mäßig gut funktioniert. Oft saßen da »Donald Duck« oder »Micky Maus« am Gästetisch, zumindest hatten sie sich mit diesen Namen in die Gästeliste eingetragen. Viele Gastwirte haben diese falschen Daten hingenommen, denn sie waren für die Angaben der Gäste rechtlich nicht verantwortlich und durften auch nicht die Personalien kontrollieren. Dieses Recht haben nur das Ordnungsamt und die Polizei.

Mehrere Check-in-Apps versprechen nun eine viel effizientere Methode, Restaurant-Besucher vor dem Risiko einer Corona-Infektion zu warnen, falls ein anderer Gast positiv getestet wurde. Die bekannteste Lösung ist die Luca-App, die von Smudo, Musiker der Fantastischen Vier, mitentwickelt wurde. Die Betreiberfirma Culture4Live verspricht, eine schnelle und lückenlose Kontaktnachverfolgung zu ermöglichen.

Dafür müssen sich Smartphone-Besitzer im App-Store von Apple oder Google die Luca-App herunterladen und dort ihre persönlichen Kontaktdaten eintragen. Auch hier könnten sich die User als »Donald Duck« registrieren. Im Unterschied zur Gästeliste aus Papier wird aber die Mobilfunknummer mit einer SMS gecheckt, so dass die Gesundheitsämter immerhin wüssten, unter welcher Telefonnummer »Donald Duck« nach einem Risiko-Vorfall erreicht werden kann.

Die App-Macher wollen aber nicht nur Fake-Einträge vermeiden, sondern die sensiblen Gästedaten besser schützen als auf Papierlisten. »Ich habe ein Problem, wenn ich in ein Restaurant gehe und dort für alle sichtbar meine Privatadresse aufschreiben muss«, sagte Smudo der Deutschen Presse-Agentur.

Smudo sieht keinen Gegensatz zwischen der offizielle Corona-Warn-App und der Luca-App. Die App des RKI sei geeignet, flüchtige Begegnungen zu erfassen, quasi ein individuelles Radarsystem. Die Luca-App dagegen könne bei privaten Treffen und im Restaurant oder auch bei Sportveranstaltungen, Konzerten und im öffentlichen Nahverkehr eingesetzt werden, um sich gezielt an einem Ort einzuchecken.

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2. Alternativen fühlen sich übergangen

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