Digitalisierung ohne Netz

Ausbau der Digitalinfrastruktur bleibt Herausforderung

Egal ob Breitband-Internet oder Mobilfunk: Der Nordosten hinkt hinterher. Während es beim Festnetz bereits Fortschritte gibt, werden Funklöcher im Handy-Netz wahrscheinlich auch in Zukunft noch zum Alltag gehören. Die Ursachensuche ist nicht ganz einfach.

Auch zum Ende des Jahres 2021 bleibt die Versorgung mit schnellen Internetzugängen im Festnetz und im Mobilfunk im Nordosten verbesserungsbedürftig. Während die Landesregierung beim Anschluss der Haushalte an das Glasfasernetz laut dem Digitalministerium bereits alle Finanzierungsmöglichkeiten des Bundes gezogen hat, sieht das Ministerium von Christian Pegel bei den Funklöchern im Mobilfunknetz noch größere Herausforderungen.

Dem Breitbandatlas des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr zufolge hinken sowohl die Landkreise Nordwestmecklenburg, Rostock wie auch der Kreis Mecklenburgische Seenplatte hinterher, wenn es um den Zugang zu schnellem Internet über 50 Megabit pro Sekunde geht. Beim Thema Mobilfunk ist laut dem Breitband-Monitor der Bundesnetzagentur nicht die Geschwindigkeit das Problem im Nordosten, sondern sind es die Verbindungslücken ohne Empfang, die sich besonders im nördlichen Brandenburg und in Mecklenburg-Vorpommern häufen.

Beim Anschluss der Privathaushalte hat sich die Landesregierung laut eigener Aussage dafür entschieden, von Anfang an auf reine Glasfasernetze zu setzen. Dem Landesdigitalministerium zufolge hatte sich die Zahl der angeschlossenen Haushalte im Verlauf der Jahre 2019 und 2020 bereits verdreifacht und lag zu Jahresbeginn 2021 bei einem Anteil von 50 Prozent. Damit blieb der Nordosten aber weiter unter dem deutschen Durchschnitt. Doch man zeigt sich optimistisch: Der Zuwachs seit 2019 sei mit 8,3 Prozent so schnell wie in keinem anderen Bundesland.

Fragt man die Bauwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern, so könnte der Ausbau jedoch noch schneller gehen. Laut Jörg Schnell, Hauptgeschäftsführer des Bauverbands im Nordosten, spart der Staat bei den Ausschreibungen für den Glasfaserausbau an der falschen Stelle. Die Behörden müssten aus seiner Sicht die politische Rückendeckung bekommen, bei der Auftragsvergabe nicht allein auf die Wirtschaftlichkeit zu achten, denn Qualität habe ihren Preis.

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