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Anpassung der Risikoberechnung

Corona-Warn-App künftig noch sensibler auf Risikokontakte

23. Februar 2021, 12:48 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)

Corona-Warn-App künftig noch sensibler auf Risikokontakte
© rcfotostock - AdobeStock

Wer die Corona-App auf seinem Smartphone installiert hat, könnte künftig noch häufiger Warnungen erhalten: Die Entwickler haben die App so angepasst, dass künftig schon fünfminütige Risikokontakte aufgezeigt werden. Zuvor waren es zehn Minuten. Eine weitere Funktion soll es auch in Kürze geben.

Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes wird künftig auch auf kürzere Risikobegegnungen anschlagen. Bislang informiert die App ihre Anwender, wenn sie sich zehn Minuten oder länger in der Nähe einer Person aufgehalten haben, bei der später eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt wurde. Dieser Zeitraum werde nun auf fünf Minuten verkürzt, verlautete am Montag aus der Bundesregierung.

Durch die Anpassung des epidemiologischen Modells der Berechnung des Risikos werde ein leichter Anstieg der als tatsächlich risikoreich eingeschätzten Begegnungen, die in der App rot markiert werden, erwartet, hieß es. Außerdem werde auch die Zahl der erfassten Begegnungen mit niedrigem Risiko, die in der App grün markiert werden »moderat steigen«. Die Formel sei auch wegen der neuen Coronavirus-Varianten mit einem höheren Infektionsrisiko angepasst worden.

Im Rahmen der ständigen Weiterentwicklung der Tracing-App kann in einer kommenden Version auch eine sogenannte Cluster-Erkennung beinhaltet sein, etwa bei einem Restaurantbesuch oder einem Kultur-Event. Dabei können sich die Anwender der App mit Hilfe eines QR-Codes bei der Lokalität oder dem Event einchecken. Dann würden auch Risiko-Begegnungen erfasst, die weiter als zwei Meter entfernt sind.

Die App werde aber nicht um eine Funktionalität erweitert, mit dem sich Besucher eines Restaurants oder Events mit ihren persönlichen Kontaktdaten eintragen können, wie dies in der Pandemie vorgeschrieben ist. Die rechtlichen Voraussetzungen dafür lägen bundesweit nicht vor. Infektionsschutzverordnungen in manchen Bundesländern sähen ausdrücklich vor, dass diese Listen auf Papier geführt werden müssten. In anderen Bundesländern seien aber Apps wie »Luca«, »E-Guest« oder »Darf ich rein?« möglich und zum Teil auch bereits an die Systeme der Gesundheitsämter angeschlossen, etwa in Jena oder auf den ostfriesischen Inseln.

Durch eine Weiterentwicklung der Schnittstelle von Google und Apple sei weiterhin erreicht worden, dass die Corona-Warn-App nun auch mehrere Begegnungen kurzer Dauer mit der gleichen Person noch besser erfassen kann, hieß es weiter.

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