Zubehör für mobile Geräte: Beamer

Deutsche Forscher entwickeln Mini-Beamer für Handys

26. Juni 2009, 11:45 Uhr | Bernd Reder | Kommentar(e)
Der Mini-Beamer der Fraunhofer-Forscher ist 2,5 Zentimeter lang und hat einen Durchmesser von 1,5 Zentimetern. Somit lässt er sich in mobile Geräte wie Smartphones, PDAs oder Netbooks integrieren.

Fotos auf dem Handydisplay anzuschauen, ist meist mühsam. Mit einem neuartigen Mini-Beamer, den Fraunhofer-Forscher entwickelt haben, geht das einfacher. Der Beamer ist so klein, dass er sich in ein Handy oder einen Personal Digital Assistant integrieren lässt.

Den Mini-Projektor haben Forscher des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik (IOF) in Jena mit ihren Partnern im EU-Projekt »Hypled« entwickelt. Eine Besonderheit des Geräts: Es benötigt kein zusätzliches Beleuchtungssystem wie herkömmliche Beamer.

Das hat einige Vorteile. Zum einen braucht der Beamer wenig Platz. Der Prototyp ist 2,5 Zentimeter lang und hat einen Durchmesser von 1,8 Zentimetern, das heißt, er lässt sich gut in ein Handy oder einen PDA integrieren. Zum anderen arbeitet das Gerät sehr energiesparend, sprich es belastet den Akku des Mobilgeräts nicht übermäßig.

»Kernstück des Projektors ist ein organisches Display, kurz OLED, das unsere Kollegen am Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS in Dresden hergestellt haben«, sagt Dr. Stefan Riehemann, Gruppenleiter am IOF. Derzeit strahlt das OLED-Display ein einfarbiges Bild mit einer Helligkeit von 10.000 Candela pro Quadratmeter ab, bei farbigen Bildern kommt es momentan auf ungefähr die Hälfte.

Zum Vergleich: Ein Computermonitor erreicht etwa 150 bis 300 Candela pro Quadratmeter. Ein Objektiv projiziert das Bild, welches das OLED erzeugt, auf eine Wand oder Ebene.

Bislang bestehen die Linsen des Objektivs noch aus Glas, doch die Forscher arbeiten bereits daran, die Optik mit Kunststofflinsen zu realisieren. Da Kunststofflinsen geprägt werden können, lassen sie sich in größeren Stückzahlen einfacher und kostengünstiger herstellen als Glaslinsen.

Anwendung im Privat- und Businessumfeld

Einsetzen lässt sich der Mini-Projektor zum einem im privaten Bereich. Ein Beispiel: Die (männlichen) Teilnehmer einer Grill-Party im Freien möchten ein Fußballspiel ansehen. Mit dem neuartigen Mini-Beamer in einem Handy lässt sich ein kleines »Public Viewing« veranstalten, etwa auf einem weißen Badehandtuch am Seeufer.

Auch für Business-User könnte ein solcher Beamer interessant sein. Derzeit schleppen beispielsweise viele Vertriebsmitarbeiter einen Projektor mit zum Kunden, um Produktdemos zu zeigen oder eine Präsentation an die Wand zu werfen. Mit einem Smartphone mit integriertem Miniatur-Beamer ließe sich das einfacher bewerkstelligen – ohne zusätzliches Gerät.


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