TK-Distributor Herweck

Ein Jahr der Rekorde

23. Mai 2022, 11:58 Uhr | Martin Fryba | Kommentar(e)
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Herweck-Vorstände Dieter Philippi (li.) und Jörg Herweck: Mit über 500 Millionen Euro Umsatz war 2021 ein Rekordjahr für den TK-Distributor
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Das beste Jahr der Firmengeschichte, viel Zuspruch für die Hausmesse, Lagerbevorratung so hoch wie nie: Ruhmesreden auf eigene Rekorde sind nicht die Sache der Herweck-Vorstände. Unaufgeregt und bisweilen humorvoll geht es bei TK-Distributor zu, der gerade zur Krake aus dem Saarland mutiert.

Zwei Jahre Corona und Lockdown, das waren zwei Jahre ohne die traditionelle Herweck-Hausmesse Perspectives. Und wer auch immer meinte, dass nach der Pandemie nichts mehr so sein wird wie zuvor, wurde beim TK-Distributor eines besseren belehrt. Das viel beschworene „New Normal“ in der Post-Corona-Ära ist in St. Ingbert-Rohrbach am Firmensitz von Herweck ein „Old Normal“. Nicht so sehr freilich was die Hardfacts zu dieser 17. Auflage der Hausmesse und dem abgelaufenen Geschäftsjahr 2021 betrifft. 1.200 Gäste besuchten am Freitag vorletzter Woche die knapp 100 Aussteller auf der Perspectives, 1.000 davor blieben auch zur Party am Abend unter dem Motto Tausendundeine Nacht. Den Umsatzrekord 2021 von über 500 Millionen Euro mussten man den Vorständen auf der Pressekonferenz geradezu aus der Nase ziehen. Mitbegründer Dieter Philippi ließ sich dann doch noch zu diesem Nebensatz hinreißen: „das beste Jahr ever“. Kompagnon Jörg Herweck schob auf Nachfrage nach: „ja, wir wachsen weiter profitabel“. Und ja, man könne mit Smartphones „immer noch Geld verdienen“.

Pressekonferenzen mit den Gründer-Vorständen Herweck, Philippi und Vorstand Hans-Jürgen Witfeld während der Messe Perspectives sind Tradition und stets eine Übung im besten bodenständigen Unterstatement. Selbst die interne Neuausrichtung wie die Zusammenlegung von Vertrieb und Einkauf in die jeweiligen Business-Units, könnte man als große Wachstumsstory verkaufen nach dem Motto: schaut her, unser Geschäft wächst in allen Sparten so stark, dass wir Prozesse dezentralisieren müssen. Witfeld erwähnt auch das eher beiläufig. Wie man auch nebenher erfährt, dass eine Stelle für einen Nachhaltigkeitsbeauftragten geschaffen werden soll, der in der Logistik unnötige Verpackungen reduzieren und weiter nach Alternativen zu Plastik Ausschau halten soll. Ladekabelummantelungen aus Pappe, ausgeliefert ohne Plastiktütchen, sind schon einmal ein erster Schritt. Von den rund 300 Mitarbeitern dürften weitere Ideen in Richtung Umweltschutz kommen.

Eine größere Ankündigung gab es dann doch noch: Herweck steigt in die Cloud-Telefonie ein und etabliert mit der Eigenmarke Callamar ein Angebot für Systemhäuser und Händler. Die können wählen zwischen reiner Vermittlung des Telefoniedienstes, Whosales oder Whitelabel, die sie KMUs oder Kunden im gehobenen Mittelstand anbieten. Partner können ein eigenes Preismodell nach dem Pay-per-Use-Modell aufsetzen oder von „attraktiven Provisionen profitieren“, verspricht Herwecks UC-Leiter Nobert Thewes. Softphone-Clients für Microsoft-Windows und Mac-OS stehen zur Verfügung, ebenso Apps für iOS und Android, Teams-Anbindung ist möglich, Rufnummernportierung ebenso.

Herwecks Eigenmarke Callamar für Cloud-Telefonie
Für seine Cloud-Telefonie hat sich Herweck mit EDNT aus Bensheim zusammengetan. Seit 35 Jahren ist der IT- und TK-Spezialist in Familienbesitz, betreibt in Deutschland seine Rechenzentren und setzt nun große Hoffnungen auf den neuen Vertriebskanal über TK-Distributor Herweck. „Ein weiterer Meilenstein in unserer Unternehmenshistorie", sagt Lucas Knapp. Der 24-Jährige setzt als Prokurist und Betriebswirt das fort, was sein Vater mit viel technologischem Herzblut aufgebaut hat. Die Cloud von EDNT endet freilich nicht bei Telefonie, der hessische IT-Dienstleister ist auch Partner von HPE. Insofern kann die Systemhaus-Klientel von Herweck auch bei IaaS mit Unterstützung durch EDNT rechnen.

Callamar: Was wie nach Tintenfisch klingt, ist auch so gemeint. „Sind intelligente Tiere, wendig, aufmerksam, anpassungsfähig und können ihre Farbe wechseln und Schraubverschlüsse öffnen“, so Jörg Herweck, der bis dato eher nicht als Kraken-Experte aufgefallen war. Würde Callamar vom Saarland aus den ganzen deutschen TK-Fachhandel umarmen, Herweck hätte nichts dagegen. „Der Name ist außergewöhnlich, das prägt sich ein“, so der Chef zum neuen Cloud-Angebot.

Drei Dinge braucht der (inflationsgebeutelte) Mann
Bis die Krake endemisch im Saarland wird und sich schließlich über das Bundesgebiet verbreitet, wird es noch eine ganze Weile dauern. Derweil verkauft Herweck weiter Telefonanlagen und Smartphones, die Nachfrage jedenfalls ist weiter groß. Auch und gerade bei neuen Smartphones, die ungebrochen Treiber des Netzvermarktungsgeschäfts sind. Und das, obwohl ja Sparen gerade in aller Munde ist: Sprit, Strom, Sonnenblumenöl.

Sparen soll in der Konsumgesellschaft freilich nicht sexy werden. Muss es auch nicht, wenn man den statistischen Warenkorb, aus dem die Inflation berechnet wird, nur richtig zusammensetzt. Keinen Kaufkraftverlust habe man nämlich, wenn man zu Schokolade, Möhren und Smartphones greife, zählt Dieter Philippi inflationsresistente Güter auf, die er einer entsprechenden Statistik entnommen habe. Wie lange man mit solchem Superfood im Bundle mit schicker Hardware überleben kann? Jörg Herweck kann es nicht beantworten. Er war da schon zum Termin mit Xiaomi-Deutschland aufgebrochen.

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