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Whatsapp-Übernahme

EU-Kommission wirft Facebook falsche Angaben vor

23. Dezember 2016, 08:54 Uhr   |  Elke von Rekowski | Kommentar(e)

EU-Kommission wirft Facebook falsche Angaben vor

Die EU-Kommission hat sich bei Facebook beschwert.

Hat Facebook bei der Übernahme von Whatsapp im Jahr 2014 getrickst und irreführende Angaben gemacht? Diesen Vorwurf geht jetzt die EU-Kommission nach.

Die EU-Kommission wirft Facebook vor, im Rahmen der Übernahme von Whatsapp im Jahr 2014 falsche Angaben gemacht zu haben. Damals hatte der Konzern angegeben, dass die Nutzerdaten von Facebook und WhatsApp nicht automatisch abgeglichen werden können.

Im August 2016 kündigte Whatsapp jedoch an, die Telefonnummern von Whatsapp-Nutzern mit Facebook-Profilen zu verknüpfen. Die EU-Kommission ist der Ansicht, dass entgegen der Aussagen und Stellungnahmen von Facebook während des Prüfverfahrens die technische Möglichkeit eines automatischen Abgleichs der Facebook-Nutzerprofile mit WhatsApp-Nutzerprofilen bereits im Jahr 2014 bestanden hat. Daher befürchtet die Kommission, dass Facebook der Kommission gegenüber vorsätzlich oder fahrlässig falsche oder irreführende Angaben gemacht und damit seine Verpflichtungen nach der EU-Fusionskontrollverordnung verletzt hat.

Diesen Verdacht will die Kommission nun prüfen und hat dem Konzern eine Beschwerde-Mitteilung geschickt. Der Zusammenschluss von Facebook und Whatsapp ist durch die Prüfung nicht gefährdet. Allerdings könnte es für Facebook teuer werden. Der Konzern hat nun bis zum 31. Januar 2017 Zeit, um zur Mitteilung der Beschwerdepunkte Stellung zu nehmen. Sollten sich die vorläufigen Bedenken der Kommission in diesem Fall bewahrheiten, könnte die Kommission (laut Artikel 14 Absatz 1 der EU-Fusionskontrollverordnung) eine Geldbuße von bis zu einem Prozent des Umsatzes von Facebook verhängen.

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