Nachfolgeregelung: Tim AG

Gerd gibt an Sohn Tim ab – ein bisschen

25. Februar 2022, 14:07 Uhr | Martin Fryba | Kommentar(e)
TIM
Zeigen manchem Broadline-Chef, der VAD-Spezialisierung als Auslaufmodell sieht, dass Storage-Fokussierung Zukunft hat: TIM-Vorstände Jörg Eilenstein, Vater Gerd und Sohn Tim Henneveld (v.l.), der den CEO-Posten vom Vater angetreten ist
© TIM Storage

Kaum überlebsfähig, weil zu spezialisiert? Da ist er wieder: Der Neid so mancher Broadline-Chefs auf die Inhaber geführten VADs. Das ist Tim seit nunmehr 36 Jahren recht erfolgreich - und wird es dank geglückter Übergabe an den Sohn wohl noch lange bleiben können.

April 2020: Der Wiesbadener VAD TIM feiert zwei, nein, eigentlich zweieinhalb Meilensteine. Einen historischen, da man nun seit der Gründung der Vorläufergesellschaft TIM AG 1985 nunmehr 35-Jähriges zu feiern hat. Und, der zweite Meilenstein, die TIM-Gruppe knackt erstmals die Grenze von 500 Millionen Euro im Ende April geschlossenen Geschäftsjahr.

Bestens vorbereitet
Firmengründer Gerd Henneveld und seine rund 170 Mitarbeiter in DACH könnten eine große Sause mit Partnern und Herstellern feiern und der Vater auf großer Bühne dem Sohn das Zepter überreichen. Doch wegen der Corona-Pandemie müssen alle Veran- staltungen ausfallen. Also muss die Übergabe der Vorstandsverantwortung vom damals 69-jäh-rigen Vater Gerd auf den 42-jährigen Sohn Tim Henneveld im Stillen per Presseerklärung erfolgen. Eine Zäsur ist es freilich nicht, eher ein fließender Generationenwechsel.

Denn Tim Henneveld gehört bereits seit 2012 dem Vorstand der TIM AG an, ist auf seine Aufgaben jahrelang bestens vorbereitet, und er bleibt nach wie vor für die Bereiche Professional Services, IT und die Gesellschaften in der Schweiz und Österreich verantwortlich.

Vorstandstrio bleibt
Nun kommen für den 1978 geborenen neuen Vortstandsvorsitzenden noch die Ressorts Personal und Marketing dazu. Außerdem lässt Vater Gerd ja nicht ganz los: Er bleibt Vorstand der TIM AG und kümmert sich weiter um das Finanz- und Rechnungswesen. Dem neuen CEO steht zudem weiter Jörg Eilenstein zur Seite. Ein weiterer sehr erfahrener Manager, der als Vorstand seit 1999 die Geschicke des familiengeführten und inhabergeleiteten Distributors mit verantwortet.

Gelungen ist Gerd Henneveld eine dynastische, lange so geplante und vor allem geräuschlose Nachfolge, wie sie zwei Jahre zuvor im knapp 400 Kilometer entfernten Osnabrücker Land ein Sohn gegen den Vater lautstark, aber vergeblich erzwingen will.


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