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Interesse von Microsoft und Intel

Heißes Rennen um Nokia-Übernahme

07. Oktober 2020, 10:36 Uhr   |  Lars Bube | Kommentar(e)

Heißes Rennen um Nokia-Übernahme
© Sundry Photography - AdobeStock

Mit Intel und Microsoft sollen sich derzeit gleich zwei Tech-Riesen um die Übernahme von Nokia Networks bemühen.

Das harte Vorgehen der USA gegen Huawei, dem inzwischen auch einige andere Länder folgen, befeuert die Geschäfte der wenigen Konkurrenten, welche ebenfalls die notwendigen Komponenten für den Aufbau der 5G-Netze liefern können. Kein Wunder also, dass manch einer davon angesichts der blendenden Geschäftsaussichten nun plötzlich zum interessanten Übernahmekandidaten wird. Einer davon ist der finnische Hersteller Nokia, genauer gesagt die einst in Kooperation mit Siemens gegründete und heute unter »Nokia Networks« firmierende Netzwerk-Sparte. An ihr sollen laut amerikanischen Medien derzeit unter anderem auch zwei finanzkräftige Schwergewichte aus der Tech-Branche interessiert sein, die sich gerne in diesen Zukunftsmarkt einkaufen wollen.

Der erste Interessent ist demzufolge der Chiphersteller Intel, der sein Business kontinuierlich auf Bereiche wie digitale Infrastrukturen und Vernetzung ausweitet und so unter anderem auch beim vernetzten und autonomen Fahren eine Rolle spielen will. Insofern würde der Kauf von Nokia Networks hier sicher gut ins Portfolio passen. Gleiches gilt aber auch für den zweiten kolportierten Anwärter, Microsoft. Allerdings dürfte dieser Name bei Nokia wenig gute Erinnerungen wecken. Hatte Microsoft doch 2014 für fast 5,5 Milliarden US-Dollar die einst marktführende Mobilfunktochter der Finnen erworben. Doch bekanntlich wurde daraus statt der erhofften Konkurrenz für Apple der ein gigantischer Reinfall, von dem heute nichts mehr übrig ist außer dem Markennamen, der aktuell bei HMD Global liegt.

Beide genannten Unternehmen dürften sich bei einer möglichen Übernahme von Nokia Networks der Rückendeckung der US-Politik sicher sein. Denn während sich die Vereinigten Staaten in diesem wichtigen Infrastrukturbereich gerne von ausländischen Herstellern unabhängig machen wollen, hat das Land ausgerechnet in diesem Technologiebereich noch einigen Aufholbedarf.

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