Schwerpunkte

Huawei unter Druck

Im politischen Spannungsfeld

26. Oktober 2020, 14:14 Uhr   |  Stefan Adelmann | Kommentar(e)

Im politischen Spannungsfeld
© Adobe Stock / Oleksandr

Huawei konnte in den vergangenen Jahren so schnell wachsen wie kaum ein anderes Unternehmen der ICT-Branche. Der politische Druck und die US-Sanktionen stellen den chinesischen Anbieter aktuell vor gewaltige Herausforderungen. Doch das Unternehmen zeigt sich zuversichtlich in komplizierten Zeiten.

Die Zeiten für Huawei sind aktuell alles andere als unkompliziert. Dabei hat der chinesische Hersteller nicht nur in Deutschland, sondern in zahlreichen Märkten außerhalb der chinesischen Grenzen in den vergangenen Jahren eine Entwicklung vorlegen können, die ihresgleichen sucht. Noch vor einem Jahrzehnt war die Marke Huawei hierzulande wohl nur den wenigsten Anwendern ein Begriff, rüstete Huawei doch vor allem Netzbetreiber mit Infrastruktur aus und fertigte für sie als OEM Handys – stets unter dem Brand der Carrier. Wer das Blüten-Logo finden wollte, musste schon sehr genau hinsehen. Zwar überstiegen die Auslandsumsätze bereits 2005 erstmals die Inlandsverkäufe, die breite Masse der Konsumenten sowie die entsprechende Markenbekanntheit erreichte der Hersteller aber erst einige Jahre später mit den ersten Smartphones unter eigener Flagge, ab 2011 waren diese auch im deutschen Handel erhältlich.

Globale Handykrone
Seitdem hat sich viel bewegt. Stand die Marke Huawei zu Beginn vor allem für günstige Smartphone-Modelle im unteren und mittleren Preissegment, konnte der chinesische Hersteller technisch schnell zur Konkurrenz aus Südkorea und den USA aufschließen – um sie in Hinblick auf den Absatz zuletzt sogar vom Thron zu stoßen. Immerhin übertrafen die Smartphone-Verkäufe laut Zahlen der Marktanalysten von Canalys kürzlich erstmals die der Dauer-rivalen Samsung und Apple und sicherten Huawei nach einer jahrelangen Aufholjagd die globale Handykrone. Grund des Erfolgs sind zwar nicht zwangsläufig nur die gekonnte Vermarktungsstrategie sowie immer leistungsfähigere Endgeräte, die weitaus mehr sind als nur abgekupfert, wie es dem Hersteller noch vor wenigen Jahren vorgeworfen wurde. Vor allem auch das schwächelnde Geschäft des Wettbewerbs verhalf Huawei zur Spitzenposition. Denn während die Verkaufszahlen aller Smartphone-Anbieter zusammen im zweiten Quartal 2020 im Zuge der Corona-Krise um 14 Prozent einbrachen, bei Samsung sogar 30 Prozent), waren es bei Huawei vor allem aufgrund des starken chinesischen Marktes gerade einmal minus fünf Prozent.

Aber nicht nur das Consumer-Geschäft, auch die beiden anderen Business-Säulen, das Enterprise-Geschäft bestehend aus Netzwerk- sowie Datacenter-Produkten sowie der Carrier-Bereich, konnten in den vergangenen Jahren kontinuierlich wachsen. 2019 lag der Gesamtumsatz bei umgerechnet 123 Milliarden US-Dollar und damit knapp 20 Prozent über dem Vorjahr. Und selbst im Corona-geplagten ersten Halbjahr 2020 schaffte es Huawei mit umgerechnet 57 Milliarden Euro nach wie vor in den zweistelligen Wachstumsbereich. Ein rekordverdächtiger Sprung wie im ersten Halbjahr 2016 (ein Plus von 40 Prozent) war zwar nicht mehr möglich, in diesen wirtschaftlich mehr als ungewissen Zeiten bleibt eine Steigerung um 13 Prozent aber ein Erfolg, um den die Chinesen wohl viele Anbieter dieser Größenordnung beneiden würden.

Seite 1 von 3

1. Im politischen Spannungsfeld
2. »Politisch motiviert und unfair«
3. Alternative Harmony OS 2.0

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Ericsson optimistisch, sein Jahresziel zu erreichen
Trump erklärt Passwortsicherheit
Neues High-End-Smartphone Mate 40 Pro von Huawei
Huawei wächst trotzdem
Russische Hacker greifen Dutzende US-Ziele an

Verwandte Artikel

Huawei

Telekommunikation