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Kartellamt prüft Zusammenarbeit von Telekom und Vodafone

10. September 2020, 11:58 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)

Kartellamt prüft Zusammenarbeit von Telekom und Vodafone
© Andy Ilmberger - fotolia

Der gemeinsame Plan von Telekom und Vodafone, die »grauen Lecken« im LTE-Netz durch gegenseitige Nutzungsberechtigungen zu schließen, hat das Kartellamt auf den Plan gerufen.

Das Bundeskartellamt nimmt die Kooperation der Mobilfunkanbieter Telekom und Vodafone im LTE-Netz unter die Lupe. Die Behörde prüfe die kartellrechtliche Zulässigkeit der Zusammenarbeit, betätigte ein Sprecher der Behörde am Mittwoch. »Im Moment ist das Bundeskartellamt in Kontakt mit den Kooperationsbeteiligten und weiteren Marktteilnehmern«, sagte Behördenchef Andreas Mundt dem »Handelsblatt«. Das Bundeskartellamt begrüße grundsätzlich Kooperationen zur Verbesserung der Netzabdeckung, sie dürften aber »den Wettbewerb nicht ausschalten«.

Vodafone und Telekom hatten Anfang des Jahres angekündigt, gemeinsam rund 4.000 sogenannte graue Flecken auf der Mobilfunkkarte tilgen zu wollen. Das sind Antennenstandorte, an denen nur einer der beiden Unternehmen LTE anbietet. Telekom und Vodafone wollen sich dort gegenseitig Zugang zur jeweils eigenen Infrastruktur gewähren. Erschlossen werden sollen »graue Flecken« in ländlichen Regionen und entlang wichtiger Verkehrswege.

Das Kartellamt will prüfen, ob Rivalen wie Telefónica oder 1&1 Drillisch benachteiligt werden könnten. Es solle auch untersucht werden, ob eine Ausweitung der Zusammenarbeit auf andere Anbieter zu noch größeren Vorteilen für die Verbraucher führen könnte. Vodafone und Telekom hatten mitgeteilt, grundsätzlich stehe es beiden Unternehmen offen, ähnliche Vereinbarungen auch mit anderen Anbietern zu treffen. Vodafone befinde sich derzeit »mit Telefónica in ersten intensiven Gesprächen«, sagte ein Unternehmenssprecher. Ein Telefónica-Sprecher berichtete von »fortgeschrittenen Gesprächen mit Marktteilnehmern«.

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