Boykott gegen Huawei und ZTE

Keine chinesische 5G-Technologie in Kanada

20. Mai 2022, 12:02 Uhr | dpa/Martin Fryba | Kommentar(e)
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Ende 2018 wurde Huaweis Finanzchefin Meng Wanzhou auf Betreiben der USA in Vancouver festgesetzt. Das Bild ihrer Rückkehr nach China knapp ein Jahr später veröffentlichte die chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua.
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Kanada schließt sich den US-Sanktionen gegen Huawei und ZTE an. Netzwerkausrüster müssen bestehende Technik der chinesischen Hersteller sogar ausmustern.

Im lange schwelenden Wirtschaftskonflikt mit China zieht nun auch Kanada die Daumenschrauben gegen Huawei enger - der chinesische Telekommunikationsausrüster soll dort mit seiner 5G-Netztechnik vom Markt ausgeschlossen werden. Huawei stelle eine Bedrohung für die nationale Sicherheit dar, sagte der für Industrieangelegenheiten zuständige Minister Francois-Philippe Champagne. Ebenfalls vom Bann betroffen ist der chinesische Ausrüster ZTE. Unternehmen, die bereits 5G-Technik von Huawei oder ZTE installiert haben, müssen diese bis Ende 2027 wieder abbauen.

Damit stellt sich Kanada nach längerem Zögern an die Seite der USA. US-Präsident Joe Biden hatte im vergangenen Jahr den Ausschluss von Netztechnik von Huawei und ZTE vom US-Markt per Gesetz besiegelt und damit die Politik seines republikanischen Vorgängers Donald Trump im Wirtschaftskrimi mit China fortgesetzt. Die USA behaupten, China könne über die 5G-Technik etwa von Huawei Spionage betreiben.

Die kanadische Regierung unter Premierminister Justin Trudeau hat sich mit dem Bann gegen Huawei mehr als drei Jahre Zeit gelassen. Das Verbot könnte nun für weitere Spannungen in den ohnehin schwierigen Beziehungen zu China sorgen. Kanada hatte im Dezember 2018 die Finanzchefin des Huawei-Konzerns Meng Wanzhou aufgrund eines Auslieferungsgesuchs der USA festgenommen. Nach einem Deal mit Washington über einen Aufschub der Strafverfolgung kam die Top-Managerin im vergangenen Herbst im Austausch gegen zwei in China festgesetzte Kanadier frei.


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