IfA-Direktor Jens Heithecker ist weg

Messe Berlin lässt IfA-Manager durchleuchten

5. Mai 2022, 12:55 Uhr | Martin Fryba | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Berlin: Man brauche die IfA „gar nicht mehr so dringend“

Dabei wird auch die Praxis des langjährigen Messe-Chefs Christian Göke durchleuchtet. Wie ICT CHANNEL berichtete, hatte Göke Ende 2020 seinen ursprünglich bis 2022 laufenden Vertrag mit der Messe Berlin aufgelöst. Göke hat daraufhin bei der Gründung eines neues Gfu-Konsortium unter Beteiligung des internationalen Messeveranstalters Clarion, der mehrheitlich dem Private-Equity-Giganten Blackston gehört, kräftig die Strippen gezogen.  Mit involviert ist die Firma Aquilia des früheren IHK-Präsidenten Werner Gegenbauer. Göge sei bei der Vermögensholding der Familie Gegenbauer eingestiegen und habe den Kontakt zur Gfu eingefädelt, so die Berliner Morgenpost.

Verstoß gegen öffentliches Vergaberecht?
Brisant: Der Dienstleistungskonzern Gegenbauer, für den Ex-Messe-Chef Göge jetzt arbeiten soll, habe samt Tochterfirmen – wie etwa dem Sicherheitsdienstleister Teamflex – Verträge mit der Messe Berlin geschlossen, die teils noch jahrelang laufen würden. Nach Informationen der Zeitung handele es sich um bestehende Verträge zwischen der Messe und Gegenbauers Firmen in einem Volumen von 40 Millionen Euro. Offenbar würden nun auch mögliche Verstöße gegen öffentliches Vergaberecht überprüft, die in der Ära des Messe-Chefs Göge geschlossen wurden. Dass die Messe Berlin mit Göge nach dessen Ausscheiden als Messe-Chef offenbar kein Verbot einer Anschlussbeschäftigung für ein Konkurrenzunternehmen vereinbart hatte, könnte der Messe Berlin nun auf die Füße fallen.

Berlin: Man brauche die IfA „gar nicht mehr so dringend“
Die Verhandlungen mit der Gfu über die Zukunft der IfA nach der Messe 2023 erschwert die Position der Messegesellschaft. Andererseits höre man aus dem „Berlin-Lager", dass man die IfA gar nicht mehr so dringend brauche. Die Einnahmen für die Messe hätten heute nicht mehr das Gewicht wie in früheren Zeiten. Allerdings dürfte das die Stadtregierung anders sehen, denn die IfA Besucher lassen während der Messe einen dreistelligen Millionenbetrag in der Bundeshauptstadt.

Die Morgenpost berichtet  internen Messekreisen zufolge auch über Vertragdetails zur IfA nach 2023, die die Gfu der Messegesellschaft unterbreitet habe. Demnach habe das Gfu-Konsortium einen siebenjährigen Vertrag mit der Option auf weitere drei Jahre angeboten, allerdings mit einer jährigen Kündigungsoption seitens der Gfu. Die Messe wäre auf die Rolle einer Vermieterin des Messegeländes reduziert und bekäme „lediglich zwei Zahlungen in Höhe von 1,25 Millionen Euro bei einer Laufzeit von zehn Jahren“, schreibt die Morgenpost. Für die Messe Berlin sei dies wenig attraktiv. Während Gfu-Chefkontrolleur Volker Klodwig eine 365-Tage-IfA im Internet vorschwebt, mit dem Höhepunkt einer einmal jährlichen Präsenzmesse - wo auch immer sie 2024  - dann zum 100-jährigen Bestehen der IfA - stattfinden wird.


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