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»Cloud findet mit oder ohne uns statt«

Mitel bereitet Produkte und Partner auf den Cloud-Einstieg vor

17. November 2015, 15:11 Uhr   |  Stefan Adelmann | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Public Cloud-Lösung »MiCloud«

Nach MiCollab soll im kommenden Januar zusätzlich die Public Cloud-Lösung »MiCloud« folgen. Dabei handelt es sich um eine Multi-Tenant- und Multi-Instance-Cloud-Plattform, die sich besonders an kleine und mittlere Unternehmen richtet. Nicht zuletzt aus diesem Grund will Mitel den Großhandel an Bord holen. »Viele unserer kleinen Partner beziehen Mitel-Produkte über die Distribution«, sagt Bitzinger im Gespräch mit CRN. Unter anderem wird MiCloud über den Cloud-Marktplatz von Also angeboten.
Ziel sei es, den Kunden fließend in die Cloud zu begleiten, so der General Manager. Ob der Übergang aber immer ganz so reibungslos vonstatten geht, daran gibt es zumindest Zweifel. Besonders kleine Reseller und deren Kunden hätten teils noch Vorbehalte gegenüber der Cloud und dem Vertrieb entsprechender Produkte. »Das Irrationale ist am unteren Ende angesiedelt«, erklärt Bitzinger. »Beispielsweise haben wir bei All-IP eine große Verunsicherung im kleineren Segment, das ist bei der Cloud genauso.« Gerade in dieser Größenordnung sei die Cloud aber oft sicherer und würde sich einfacher in die Unternehmensprozesse integrieren lassen. Im Enterprise-Bereich soll es hingegen teils deutlich größere Hürden geben. Beispielweise hätten Banken zu hohe Regularien für Kundendaten, um ihre Infrastruktur auszulagern. »Es ist Aufgabe beider Seiten, des Handels und des Herstellers, Sicherheitsbedenken auszuräumen«, sagt Bitzinger. »Auch wenn es absolute Sicherheit nicht gibt.« Das ist laut dem General Manager aber kein reines Phänomen der Cloud, sondern in herkömmlichen TK-Anlagen seien ebenso »riesige Sicherheitslücken« vorhanden.

»Keine Partner ausschließen«

Ob nun SMB oder Enterprise – für Michael Page, Vertriebsleiter Deutschland bei Mitel, lautet die oberste Prämisse: »Wir wollen keinen Partner ausschließen«. Nicht jeder müsse die gleichen Voraussetzungen mitbringen, gleichzeitig könnten sich alle Händler im flexiblen Cloud-Produktportfolio das richtige Angebot zusammenstellen – ob Private oder Public Cloud, im Frankfurter Datacenter oder im eigenen Rechenzentrum gehostet. Für diese Herausforderungen sieht Page seinen Channel gut aufgestellt, auch wenn es oft einen »Spagat für Systemhäuser darstellt, vom Hardwareverkauf zum Provisionsmodell zu wechseln.« Gerade für kleinere Händler sei es durchaus ein Sprung in die Cloud und keine fließende Entwicklung.

Aber nicht nur vom Handel erfordert die Virtualisierung zahlreicher Dienste ein Umdenken. Auch Mitel selbst wagt sich mit der neuen Strategie auf kritisches Terrain. Page erklärt im Gespräch mit CRN, dass Cloud-Telefonie dem Geschäft mit On-Premise-Lösungen durchaus Marktanteile wegnimmt. »On-Premise ist ein rückläufiges Thema«, sagt der Vertriebsleiter. »Auf der einen Seite wird es natürlich von Cloud-Angeboten kannibalisiert. Auf der anderen Seite müssen wir auch hier Marktanteile gewinnen.«

Allerdings rechne Mitel nicht damit, in absehbarer Zeit nur noch von Rechenzentren gestützte Produkte zu vertreiben, die Verbreitung der Cloud sei aber nichtsdestotrotz in vollem Gange. »Diese Entwicklung findet mit uns und unseren Partnern oder aber ohne uns statt«, so Page.

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