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Fünf Jahre in der Entwicklung

Mitel wagt mit »Mitel One« Cloud-Transformation

12. Juli 2021, 13:29 Uhr   |  Stefan Adelmann | Kommentar(e)

Mitel wagt mit »Mitel One« Cloud-Transformation
© Mitel

Markus Henk, Geschäftsführer Mitel Deutschland

Der TK-Markt befindet sich im Umbruch, sieht sich einer gewaltigen Konsolidierungswelle gegenüber. Der einst ganz auf Hardware und TK-Anlagen fokussierte Anbieter Mitel reagiert darauf mit einem beachtlichen Innovationssprung. Jetzt ist »Mitel One« fertig.

Im Telekommunikationsmarkt geht es seit vielen Jahren rasant, wenn nicht sogar turbulent zu. Viele der einst dominierenden Anbieter haben Umstrukturierungen hinter sich oder wurden gar aufgekauft. Und vor allem der zuletzt so enorme Bedeutungsgewinn von Cloud-Collaboration-Lösungen beispielsweise von Microsoft, aber auch Zoom hat den Druck abermals drastisch erhöht. Mit entsprechenden Folgen für die Hersteller. Es wurde die »größte Konsolidierungswelle unter den klassischen TK-Anbietern eingeleitet, die wir je gesehen haben«, sagt Markus Henk, seit Ende des letzten Jahres Deutschland-Geschäftsführer von Mitel. Und um von dieser Welle nicht mitgerissen zu werden, sind Mut und vor allem Entwicklungsbereitschaft gefragt – zwei Charakterzüge, die Mitel jetzt unter Beweis stellen könnte.

Neue Cloud-Plattform

War es noch in den vergangenen Jahren recht ruhig um den kanadischen Konzern geworden, steckt Mitel jetzt in einer der »größten Transformationen« der Unternehmensgeschichte, wie Henk im Gespräch mit ICT CHANNEL erklärt. Mitel reagiert nicht nur auf das Marktgeschehen, sondern auch auf Forderungen aus dem eigenen Vertriebskanal, dem der Anbieter zuletzt wohl alles andere als agil genug aufgetreten ist. »Viele Partner haben in den letzten Jahren bei unseren Partnerbefragungen mehr Innovation und Geschwindigkeit verlangt«, berichtet Jürgen Engelhard, bei Mitel für das Cloud-Business Development verantwortlich.

Die Antwort auf die Forderungen: Unter der Marke »Mitel One« will der Hersteller nahezu sein gesamtes Produktportfolio auf Basis einer einheitlichen Cloud-Plattform und mit einem bedarfsabhängigen Finanzierungsmodell abbilden, eine »Klammer über alle Mitel-Lösungen« bilden. Zum Einsatz kommen dabei Technologien wie Microservices und Serverless Computing, um die Plattform leistungsfähig und skalierbar zu machen. Ein wichtiger Baustein sollen darüber hinaus technologische Offenheit und entsprechende Schnittstellen sein. Ein eigener API-App-Store werde tiefe Integrationen erlauben, entsprechende Anpassungen können Partner selbst einreichen.

Es ist ein bedeutender Schritt für den einst stark auf Hardware fokussierten Anbieter. Er hat seine Produktlandschaft jahrelang geprüft, überarbeitet und den Rotstift angesetzt. Immerhin ist das Portfolio durch zahlreiche Übernahmen, unter anderem von Aastra, historisch gewachsen, gestaltet sich entsprechend heterogen. Beispielsweise umfasste es fünf eigenständige Call- & Contact Center-Lösungen. Die größte Hürde war laut Engelhard aber nicht die Konsolidierung, sondern die Herausforderung, die jeweiligen technischen Grundlagen für eine übergreifende Cloud-Plattform zu vereinheitlichen. All diese Aufgaben hätten letztlich viel Zeit in Anspruch genommen, aber jetzt sei Mitel soweit: Im dritten Quartal 2021 sollen die ersten Lösungen bereitstehen.

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2. »Partner nicht unter Druck setzen«

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