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Mobilfunknetz für Astronauten

Nokia soll 5G auf den Mond bringen

20. Oktober 2020, 12:04 Uhr   |  Lars Bube | Kommentar(e)

Nokia soll 5G auf den Mond bringen
© IgorZh - AdobeStock

Die NASA hat Nokia den Auftrag erteilt, auf dem Mond ein Mobilfunknetz zu errichten.

So eine Ausschreibung liest und gewinnt man nicht alle Tage: Nokia hat von der NASA den Auftrag ergattert, für 14,1 Millionen US-Dollar auf dem Mond ein Mobilfunknetz einzurichten. Das außergewöhnliche Unterfangen ist Teil der Zukunftsstrategie der NASA. Die US-Raumfahrtbehörde will ab dem Jahr 2024 wieder Menschen auf den Mond befördern und dort ab 2028 auch eine Basisstation errichten, die dann sukzessive zu einer kleinen Siedlung ausgebaut werden soll. Damit die dort lebenden Astronauten auch untereinander und mit der Erde telefonieren sowie Daten austauschen und Geräte wie Rover fernsteuern können, soll der US-Ableger des finnischen Netzwerk- und Mobilfunkkonzerns schon vorab eine entsprechende Infrastruktur aufbauen.

In einem ersten Schritt will Nokia dafür ab 2022 zunächst ein lokales LTE-Netz im geplanten Siedlungsgebiet auf dem rund 385.000 Kilometer entfernten errichten. Später soll es dann auf den 5G-Standard aufgerüstet werden, um mehr Bandbreite für den Datenaustausch

 

zu haben. Soweit also ein Fachgebiet, auf dem sich Nokia bestens auskennt. Doch wie kommen die Sendemasten auf den Mond? Hier setzen die findigen Finnen auf eine Kooperation mit dem US-Raumfahrtunternehmen Intuitive Machines, das für die NASA bereits einen Lunar Lander entwickelt hat, mit dem sich Nutzlasten auf die Mondoberfläche transportieren und dort absetzen lassen. Anschließend sollen sich die Mobilfunkmasten entfalten und selbständig den Betrieb aufnehmen.

Neben dem Mobilfunknetz hat die NASA noch 13 weitere Ausschreibungen für das Mond-Projekt beschieden und dafür insgesamt mehr als 370 Millionen Dollar bereitgestellt. Zu den Gewinnern gehört neben Nokia und Intuitive Machines unter anderem auch SpaceX, das Weltraumunternehmen des Paypal- und Tesla-Gründers Elon Musk.

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