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Telekommunikation: Unterseekabel

Piraten bedrohen Unterseekabel vor Afrikas Küste

17. April 2009, 09:26 Uhr   |  Bernd Reder | Kommentar(e)

Piraten bedrohen Unterseekabel vor Afrikas Küste

Kriegsschiffe, hier die Fregatte Rheinland-Pfalz der Bundesmarine, sollen nicht nur Fracht- und Passagierschüffe vor Piraten schützen, sondern auch die Mannschaften von Kabelverlegern.

Nicht nur Handelsschiffe sind ins Visier der Piraten geraten, die vor der ostafrikanischen Küste ihr Unwesen treiben. Nun sollen Kriegsschiffe der Staatengemeinschaft auch Crews von Firmen schützen, die ein Glasfaser-Unterseekabel verlegen.

Nicht nur das Kapern von Frachtern oder Öltankern ist ein lukratives Geschäft für die Piraten, die von Somalia aus die ostafrikanische Küste unsicher machen. Auch die Besatzungen von Schiffen, die derzeit ein 5000 Kilometer langes Unterseekabel zwischen Kenia mit den Vereinigten Arabischen Emiraten verlegen, sind ins Visier der Freibeuter geraten.

Das East African Marine Cable soll Telefon- und Internet-Dienste in Ostafrika verfügbar machen. Es handelt sich um das erste Projekt dieser Art in dieser Region, die ansonsten in puncto Informationstechnik noch unterentwickelt ist.

Nun fürchtet die Regierung von Kenia, dass Piraten dies ausnutzen könnten, indem sie Mitarbeiter der Firmen entführen, die derzeit das Kabel verlegen. Das Projekt kostet rund 130 Millionen Dollar. Die Freibeuter spekulieren offenkundig auf einen »kleinen« Aufschlag in Form von Lösegeld für die Fachleute.

Nun sollen die Kriegsschiffe, die mehrere Länder in die Region entsandt haben, nicht nur Frachter und Tanker schützen, sondern auch noch die Kabelleger. Wie das angesichts der eh schon kaum lösbaren Aufgabe funktionieren soll, ein großes Seegebiet zu überwachen, ist unklar.

Aus Furcht vor Piratenüberfällen wurde die Route des Unterseekabels bereits geändert. Sie verläuft 200 km weiter entfernt von der Küste als ursprünglich vorgesehen. Für Ostafrika ist das Kabel quasi lebensnotwendig. Derzeit laufen Telefongespräche und Internet über teure Satellitenverbindungen. Das Kabel soll in der zweiten Jahreshälfte aktiviert werden und Besserung bringen.

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