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T-Mobiles Mega-Fusion vor Gericht

Showdown in New York

09. Dezember 2019, 10:42 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 2 .

Sechs Milliarden Dollar Sparpotenzial pro Jahr

Sollte es den Bundesstaaten gelingen, den Zusammenschluss zu blockieren, hätte dies auch weitreichende Auswirkungen hinsichtlich des US-Kartellrechts insgesamt. Unternehmen müssten dann fortan einen ganz neuen Risikofaktor bei Fusionen und Übernahmen einkalkulieren. Ein Urteil gegen den Zusammenschluss wäre ein großer Erfolg für Verizon und AT&T, die den US-Markt bislang als Platzhirsche dominieren. Für T-Mobile US wäre ein Scheitern nach den jahrelangen Bemühungen zwar bitter, doch bedrohlich wäre es laut Analysten nur für den kleineren Fusionspartner Sprint. Das Unternehmen ist hochverschuldet und könnte für das Softbank-Konglomerat nach Flops bei WeWork und Uber zu einem weiteren großen Problemfall werden.

Die geplante Fusion hat enorme Dimensionen. Laut früheren Angaben von T-Mobile und Sprint ergäbe sich bei gemeinsamen rund 127 Millionen Kunden ein kombinierter Jahresumsatz von über 70 Milliarden Dollar. T-Mobile hatte zuletzt einen Börsenwert von 67 Milliarden Dollar, Sprint brachte es auf knapp 23 Milliarden. Die Telekom kalkuliert wegen geringerer Kosten etwa beim Netzausbau mit Einsparungen von mehr als sechs Milliarden Dollar jährlich. Der Zusammenschluss soll über einen Aktientausch ablaufen, die Telekom will mit 42 Prozent den größten Anteil am fusionierten Unternehmen übernehmen. Das Aktienpaket, das Sprint-Aktionäre im Tausch für ihre Anteile bekommen sollen, war bei Ankündigung der Fusion gut 26 Milliarden Dollar wert.

Der Prozess bei Richter Victor Marrero ist auf zwei Wochen angesetzt, doch angesichts der Masse an Zeugen und Beweismaterial käme eine Verlängerung wenig überraschend. Sein Urteil dürfte Marrero nach Ende der Gerichtsverhandlungen erst mit einiger Verzögerung fällen.

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2. Politik mischt mit
3. Sechs Milliarden Dollar Sparpotenzial pro Jahr

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