Daten? Welche Daten?

Signal lässt das FBI abblitzen

Telekommunikationsgeheimnis
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Zum wiederholten Male beißen amerikanische Behörden mit dem Versuch auf Granit, Nutzerdaten von Signal zu erhalten. Selbst auf Anordnung eines Gerichts haben die Betreiber des Messenger-Dienstes nicht mehr als ein lässiges Schulterzucken für das FBI übrig.

Auf die Frage nach einem sicheren Messenger verweist der Whistleblower Edward Snowden schon seit Jahren immer wieder auf Signal. Nicht zuletzt diesem prominenten Zuspruch hat die App es zu verdanken, dass sie zuletzt stark von den Diskussionen um die neuen Nutzungsbedingungen von Whatsapp profitieren und zahlreiche neue Nutzer gewinnen konnte. Aber auch viele Security- und Datenschutz-Experten teilen Snowdens Einschätzung. Warum das so ist, zeigt sich derzeit für jedermann leicht verständlich an einem Praxisbeispiel. Schon seit einigen Wochen will das FBI die Betreiber von Signal offenbar dazu zwingen, zahlreiche persönliche- und Nutzerdaten einiger Personen herauszugeben, gegen die ermittelt wird. Unter anderem fordert die Bundespolizei die Namen und Adressen der betroffenen Account-Nutzer an, ebenso wie Anruf- und Chat-Protokolle sowie Informationen zu ihren Kontakten und Gruppen.

Doch selbst unter dem Nachdruck einer diesbezüglichen Vorladung zur Auskunftserteilung durch ein Bundesgericht, verweigert Signal die Herausgabe weiterhin und erklärt das trocken: „Es ist uns unmöglich, Daten herauszugeben, auf die wir selbst grundsätzlich keinen Zugriff haben.“ Einigermaßen erheitert bis verwundert kommentiert der Anbieter zudem den Umstand, dass Gerichte sowie staatliche Behörden und Dienste dennoch immer wieder vergeblich mit entsprechenden Anfragen anklopfen würden. Sicherheitshalber erklärt das Team die Problematik ihnen deshalb noch einmal etwas genauer. „Weil in Signal alles standardmäßig Ende-zu-Ende-verschlüsselt ist, gibt es auf unseren Servern nicht die breite Palette an persönlichen Informationen, die in anderen Apps normalerweise leicht abrufbar sind.“ Selbst Metadaten wie Verbindungsprotokolle sammelt Signal nur in so geringem Ausmaß, dass sich daraus selbst auf indirektem Wege durch geschickte Verknüpfungen keine persönlichen Profile ableiten und zuordnen lassen.

Um die Ermittlungen dennoch bestmöglich zu unterstützen, bietet Signal dem FBI augenzwinkernd großzügig an, wie in der Vergangenheit schon mehrfach geschehen, alle tatsächlich vorliegenden Informationen zu den fraglichen Accounts auszuhändigen. Konkret sind das laut Signal allerdings nur die Zeitstempel von ihrer Erstellung sowie der letzten Nutzung. Nichts also, was die Ermittler ernsthaft weiterbringen dürfte. Dafür darf sich Signal ob des neuerlichen Datenschutz-Erfolgs über kostenloses Marketing freuen.

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