Facebook-Ausfall

Spontane Rückkehr von SMS und Telefonie

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Totgesagte leben länger: Während des Ausfalls von Facebook, Whatsapp und Instagram verzeichneten die TK-Anbieter in Deutschland einen sprunghaften Anstieg bei Telefongesprächen und SMS.

Nicht nur Twitter durfte sich über den Totalausfall bei Facebook, Whatsapp und Instagram am Montagabend freuen, auch die Telekommunikationsanbieter wurden dadurch mit einem unerwarteten Ansturm bedacht. Für viele Deutsche waren die rund sechs Stunden digital-sozialer Stille offenbar kaum auszuhalten, sodass sie sich erstaunlich schnell auf längst überwunden geglaubte Alt-Technologien zurückbesannen. So registrierte etwa Telefónica (O2) in der Stunde vor der Tagesschau zwischen 19 und 20 Uhr in Deutschland insgesamt 680 000 Stunden an Telefongesprächen, über ein Drittel mehr als gewöhnlich zu dieser Zeit.

Noch stärker war die Spitze bei SMS, deren Zahl sich bei Telefónica und Vodafone gegenüber den vorherigen Tagen plötzlich mehr als verdreifachte. Die Deutsche Telekom verzeichnete im Zeitraum des Ausfalls sogar achtmal so viele SMS wie sonst üblich. Somit wurden die Oldschool-Textnachrichten vor allem zum Ersatz für Whatsapp, das sie in den vergangenen Jahren nahezu obsolet gemacht hatte.

Keine signifikante Veränderung gab es trotz des Wegfalls des Sozialen Netzwerks sowie der Messenger und Chats samt Bild- und Video-Up- und Downloads beim Datenverkehr in den O2-Netzen. Das zeigt deutlich, wie gering der Anteil der ursprünglichen Haupt-Kommunikationsfunktionen am Traffic inzwischen nur noch ist. Vor allem durch die breite Nutzung datenintensiver Streaming-Dienste sind sie bezüglich ihrer Masse nur noch eine kümmerliche Randerscheinung im gewaltigen Datenstrom.

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