Dirk Gottschalk: von Komsa zu Herweck

Take Me Home Channel Roads

18. Oktober 2021, 9:54 Uhr | Martin Fryba | Kommentar(e)
Ines Escherich (Chemnitz)
Fast zwei Jahrzehnte hatte Dirk Gottschalk Hersteller und Partner bei TK-Distributor Komsa eng betreut. Nun wechelt er zu Konkurrent Herweck
© Ines Escherich (Chemnitz)

TK-Distributionsprofi wechselt von A nach B. Aber was heißt das für jemanden, der 19 Jahre eine Firma wie eine Familie hat wachsen sehen? Und was bedeutet Dirk Gottschalks Leidenschaft am neuen Ort für Hersteller und Fachhandelspartner?

Es ist mehr als nur ein Wechsel des Arbeitgebers, den Dirk Gottschalk vollzogen hat. Es ist für den erfahrenen Distributionsprofi eine berufliche, gleichwohl aber auch eine emotionale Zäsur. Denn mit viel Herzblut hatte er den rasanten Aufstieg des TK-Distributors Komsa nicht nur miterlebt, sondern 19 Jahre lang aktiv mitgestaltet an der Seite der Komsa-Gründer Gunnar Grosse und Jürgen Unger. Grosse hatte und hat ihn bis heute tief geprägt, er habe „sehr viel von Gunnar gelernt“, war Teil der „Familie Komsa“. Energie mache keinen Lärm, „sie ist einfach da und wirkt“, steht auf Gottschalks Linkedin-Profil. Das Kraftzentrum, die ansteckende Indentifikationsfigur, ja auch Vorbild in seinem ganz und gar unkonventionellen Auftreten, ist für Dirk Gottschalk (und nicht nur für ihn) mehr als ein Vierteljahrhundert lang der heute 84. jährige Gunnar Grosse.

Zäsuren 2017 und 2020
Gottschalk wie die gesamte Komsa-Belegschaft erlebten 2017 die erste Zäsur, als 400 Gäste Komsas denkwürdiges 25. Jähriges feierten und die Gründer sich in den Aufsichtsrat der Komas AG verabschiedeten. Anfang 2020 dann der nächste Umbruch mit der Berufung des branchenfremden Pierre-Pascal Urbon. Der Manager und einstige Vorstand des Weltmarktführers für Wechselrichterherstellers SMA setzt seit Mai 2020 das Lebenswerk Grosses nicht einfach nur fort. Dafür dürfte ihn der Schwede Grosse mit Wurzeln in Ostdeutschland kaum geholt haben.

Urbon kennt sich mit knallharter Restrukturierung aus, schließlich hatte die Solarindustrie vor zehn Jahren einen solch schmerzhaften Umbruch erlebt wie selten eine andere Branche zuvor. Reihenweise gingen Panel-Hersteller, ihre Distributoren und Installationsbetriebe Pleite. IT-Manager, die getrieben vom Boom in die Solarbranche eingestiegen waren, stiegen nach dem jähen Ende des Solarhypes nach 2010 wieder aus.

Eine ähnlich vergleichbare Situation findet Urbon im TK-Markt und bei Komsa freilich nicht vor. Und dennoch stellt er vieles beim TK-Riesen in Frage und baut um.

Ein Managementwechsel mitten in der Corona-Pandemie, wo alle Mitarbeiter im Home-Office sitzen und das gewohnt Familiäre im Betrieb zwangsläufig fehlt, kann viel Grübeln in Gang setzen. Nicht nur beim neuen CEO, von dem man erwarten darf, dass er nicht geholt wurde, um alles beim Alten zu belassen. Auch die Mitarbeiter grübeln – mit anderen Folgen freilich.

Konftel stark gemacht
Gottschalk hatte plötzlich sechs Anfragen aus der TK-Branche auf dem Tisch, ob er denn nicht wechseln wolle. 20 Jahre Erfahrung mit Herstellern und vor allem seine vielen Kontakte zu Fachhandelspartnern sind dem Channel nicht verborgen geblieben. „Ich war völlig geflasht von den Angeboten“, sagt Gottschalk. Stolz ist er, einen anfangs im deutschen Channel unbekannten TK-Anbieter Konftel unter seiner Betreuung „stark im Markt positioniert“ zu haben. Konftel-Manager Ralf Kalker und viele Reseller des Herstellers müssen auf Gottschalks Expertise nicht verzichten.

Der 57. Jährige bleibt der Distribution treu, hat sich auf einen neuen Weg gemacht. Wenn Beruf von Berufung kommt, dann spürt man bei Gottschalk, dass man an der richtigen Adresse ist, einen Zeugen für diesen Satz gefunden zu haben. Leidenschaft braucht indes ein nicht weniger leidenschaftliches Umfeld, integrierende, auf frische Ideen neugierige Kollegen, „die Wissen und Erfahrung wie ein Löschblatt aufsaugen“, berichtet Gottschalk von seinem Besuch bei Herweck.


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