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Ausbau des 5G-Netzes

Telefónica kommt auf Kurs

29. März 2021, 14:29 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)

Telefónica kommt auf Kurs
© Telefónica

Telefónica will den Ausbau seines 5G-Netzes deutlich anziehen: Bisher ist die Konkurrenz zwar schneller, doch deren Antennen schalten zumeist zwischen 4G und 5G hin und her, während Telefónica auf die hohe Frequenz von 3,6 Gigahertz und »reines« 5G setzt.

Beim Ausbau seines Mobilfunknetzes in dem neuen Funkstandard 5G macht Telefónica Deutschland Fortschritte. Es seien inzwischen 1.000 Antennen in mehr als 30 deutschen Städten aktiviert, teilte das Unternehmen mit seiner Marke O2 am Montag in München mit. Jeder Standort hat üblicherweise drei Antennen. In den kommenden Monaten will die Firma das Ausbautempo deutlich anziehen. »Wir wollen bis Jahresende mehr als 30 Prozent der Bevölkerung in Deutschland mit 5G versorgen«, sagt Telefónica-Deutschlandchef Markus Haas. Ein Jahr später sollen es mindestens 50 Prozent und Ende 2025 99 Prozent der Haushalte sein. Wie viel Prozent der Bevölkerung schon jetzt 5G von O2 zu Hause empfangen könnte, dazu sagt Telefónica nichts. Die 5G-Antennen stehen zum Beispiel in Berlin-Mitte und in Düsseldorf bei der Uni-Klinik - also an Standorten mit viel Publikumsverkehr.

Die Konkurrenz ist beim Ausbau deutlich weiter: Vodafone kommt auf etwa 8.500 5G-Antennen und die Deutsche Telekom sogar auf mehr als 50.000. Allerdings sind diese Zahlen nicht gut vergleichbar, weil der Löwenanteil dieser Antennen in relativ niedrigen Frequenzbändern funkt und diese zwischen 4G und 5G hin- und herschalten. Die Zahlen von Telefónica beziehen sich hingegen nur auf die recht hohe Frequenz von 3,6 Gigahertz, die für 5G sehr gut geeignet ist. Die Reichweite der Antennen ist zwar gering, das Downloadtempo ist aber sehr hoch und es stehen große Kapazitäten zur Verfügung: Es können also sehr viele Menschen gleichzeitig über einen Sendemast verbunden sein, ohne dass es deutliche Leistungseinbrüche gibt.

Die Telekom hat bisher nach eigenen Angaben 1400 5G-Antennen in der Frequenz 3,5 bis 3,6 Gigahertz (GHz) aktiviert, Vodafone etwa 1.000. »Wenn nach der Coronapandemie wieder einmal Musikkonzerte und andere Events stattfinden, können Tausende Besucher Fotos und Videos dank 5G während der Veranstaltung ruckzuck verschicken«, erklärt Haas die Vorteile des neuen Standards für den Normalnutzer. Der Mobilfunk ist ein »Shared Medium« - je mehr Nutzer eine Funkzelle gerade hat, desto geringer ist die Leistung pro Nutzer. »Durch 5G kommt dieses "Shared Medium" auf ein ganz neues Level«, sagt der Manager. Es werde keine großen Abstriche mehr geben in Menschenansammlungen.

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2. Vorteile von »Standalone-5G« für Gamer

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