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5G Netzausbau ohne Huawei

Vodafone-Chef: 5 Jahre Verzögerung und teurer

03. November 2020, 11:32 Uhr   |  Martin Fryba | Kommentar(e)

Vodafone-Chef: 5 Jahre Verzögerung und teurer
© Vodafone

Wünscht sich mehr Fakten statt »Angstmacherei«. Vodafone Deutschland CEO Hannes Ametsreiter

Nur wenig Tage nach der Entscheidung in Schweden, die chinesischen Mobilfunkausrüster Huawei und ZTE vom 5G-Netzausbau auszuschließen, warnt Vodafone Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter vor den Folgen, würde Huawei vom Netzausbau in Deutschland ausgeschlossen werden.

In den USA und in vielen Ländern Europas haben die Regierungen beschlossen, die chinesischen TK-Ausrüster Huawei und ZTE wegen Sicherheitsbedenken nicht am Ausbau des neuen 5G-Netzes zu beteiligen. Zuletzt hatte Schwedens Post- und Telekommunikationsbehörde PTS mitgeteilt, Netzbetreibern keine 5G-Frequenzen zur Verfügung zu stellen, wenn sie Komponenten der IT-Konzerne Huawei und ZTE verwenden. Zudem müssen Carrier binnen vier Jahren alle bestehenden Komponenten der beiden chinesischen IT-Konzerne in ihren Netzen ausmustern. Die Bundesregierung dagegen hat sich in der Causa Huawei noch nicht entschieden. Die Mobilfunkprovider indes verlangen nicht nur von der Politik Klarheit, sie wollen auch Investitionssicherheit, die sie in der gegenwärtigen Hängepartie um Huawei nicht haben.


Für Deutschlands Vodafone-Chef Hannes Ametsreiter käme ein politisch gewollter Ausschluss von Huawei einem Desaster gleich, was das Tempo und die Kosten des 5G-Netzausbaus betrifft. Insbesondere Huawei hat in Europa viele Provider mit Infrastruktur für das bestehende 4G-Netz (LTE) beliefert. »Ein Ausschluss von Huawei würde dazu führen, dass sich der 5G-Ausbau um bis zu fünf Jahre verzögert und deutlich mehr kostet«, sagte er dem Nachrichtenmagazin Focus. Würde Huawei als Lieferant wegfallen, seien größere technische Eingriffe bei der Umrüstung auf den neuen Mobilfunkstandard 5G erforderlich.


Die immer wieder vorgebrachten Sicherheitsbedenken, chinesische TK-Ausrüster könnten dem Druck ihrer Regierung nachgeben und sensible Daten an chinesische Behörden ausliefern, teilt Ametsreiter nicht. Statt »Angstmacherei« würde er sich eine »faktenbasierte Diskussion über technische Lösungen und Schutzmechanismen für Unternehmen wünschen, etwa durch Verschlüsselung«.

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